Manchmal verändern kleine Entdeckungen das eigene Leben maximal. So geschah es auch Shelby von VOLORES: Sie entdeckte, dass ihr leiblicher Vater nicht der ist, von dem sie stets glaubte, dass er sei. Und aus solchen Lebensveränderungen werden bei Musiker:innen dann natürlich neue Songs, neue Alben. „Shores of Scorpio“ ist die Aufarbeitung dieser lebensverändernden Erkenntnis – und sie hält den düsteren Indie des Vorgängers „Ages“ aufrecht, rollt ihn sogar noch etwas weiter aus, probiert noch mehr Abzweigungen aus, widmet sich ihnen und lässt sie in die Songs einfließen.
So ist „Shores of Scorpio“ ein sehr persönliches Album geworden, in dem man sich mit seiner eigenen Lebensgeschichte durchaus wiederfinden kann (zumindest findet man immer wieder Anahlts- und Festhaltepunkte, an denen sich auch das eigene Leben entlanghangeln lässt) und eines, das sich dem amerikanischen Indierock verschrieben hat – was vielleicht auch nicht so überraschend ist, ist Nathen Maxwell doch auch Bassist bei FLOGGING MOLLY. „Shores of Scorpio“ zeigt eine verletzliche Seite der Künstler:innen, die die Band nur noch zugänglicher macht und verpackt das Ganze in ein zeitloses Rockkunstwerk, das neben den fesselnden Sounds auch eine deutlich über dem Durchschnitt schwebende Stimme zu bieten hat, zeigt Shelby doch in den Songs ihr Bandbreite und legt all‘ die Emotion, die sie bewegt, mit in die Gesangsmelodien.
Das Duo (was man bei dieser Macht des Albums auch immer wieder vergisst) aus Denver, Colorado, hat mit diesem Album einen großen Entwicklungsschritt gemacht und sich noch mehr aus der Dunkelheit befreien können.