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VELCRO DOG – Fjord noir

Gleich zu Beginn muss festgestellt werden, dass VELCRO DOG (a.k.a. Tony Gonzales) aus Norwegen das Album nicht besser hätte benennen können als eben „Fjord noir“. Americana von der zerklüfteten norwegischen Küste, das ist in erster Linie das, was dieses Album beschreiben sollte. Gonzales versteht es, seine von der Singer/Songwriter-Kunst inspirierten Songs so zu arrangieren, dass ihnen auch das letzte Fitzelchen Dunkelheit entlockt werden kann. Eine Dunkelheit jedoch, die durchlässig ist, wenn bspw. unerwartet das Banjo einsetzt oder der Herzschlag des Songs sich von jetzt auf gleich erhöht und mitreißend wird.
VELCRO DOG erzählt von den Geistern, die uns alle jagen, von den seltsamen Küssen, die wir alle erlebt haben, von den Freund:innen (an trockenen Plätzen!), die wir hoffentlich alle haben oder auch davon, dass das Leben in der Welt der Bücher gegenüber dem in unserem aktuellen Höllentrip doch eigentlich ganz erstrebenswert ist. Denn VELCRO DOG wirft auch einen Blick auf das, was gerade in der Welt passiert – und er sieht nicht gerade das hellste Licht hierfür … wobei ihm das auch gar nicht so wenig zupass kommt, braucht er für seine Kunst doch nach eigenen Worten auch die Dunkelheit. Und all das hört man „Fjord noir“ in jedem Song, in jedem Akkord an.
Ein Album, das ehrlich ist, dunkel und wunderschön. So ein bisschen wie Norwegen selbst. Perfekt für die regnerischen Abende, vielleicht mit einem Feuerchen, vielleicht mit einem guten Getränk. Egal wie, in jedem Fall ziemlich perfekt.

Meine Bewertung

Simon-Dominik Otte

Mensch. Musiker (#Nullmorphem). Schauspieler (#BUSC). Rezensent (#blueprintfanzine). Come on, @effzeh! AFP-Fan. (#Amandapalmer). Lehrer. Und überhaupt. Und so.