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MARGOT ERKNER – 2

Vorwarnung: Wenn ihr dieses Album kauft, streamt oder sonstwie konsumiert, lauft ihr Gefahr, einfach alles an die MARGOT ERKNER AG übertragt! Jedenfalls könnte man diese Schlussfolgerung aus dem Opener „AGB“ ableiten. Aber wir wissen ja, dass eh niemand die AGB liest.
„2“. So kurz und knapp betiteln die Berliner ihr Album, das sich aus knackigen Postrocknummern von knapp zwei Minuten bis hin zu fast schon elegischen Wave- und Stonertracks von über fünf Minuten. Wenn auch der Postpunk merklich dominiert, der hier und da auch mit einem Spritzer Krautrock gewürzt wird. Und apropos Würze: Die Texte sprühen geradezu davon. „Jede:r beißt sich wegen etwas Anderem in den Arsch!“, sei hier nur als ein kleines Beispiel aufgeführt. Timo Tokmitt intoniert die Gesangslinien so, als könne er problemlos auch eine zweistündige Punkrockshow bestreiten, dann aber wieder im besten Sprechgesang, der schon fast einer Erzählung gleichkommt. Dabei werden MARGOT ERKNER immer deutlich, direkt und klar. Bestes Beispiel hierfür? „Discodöner“. Das wird nicht jedem gefallen, aber jede:r sollte sich damit beschäftigen. Denn jede:r wird hier einen Ansatzpunkt zum eigenen Leben finden können – und sich dabei vielleicht auch über die Schulter geschaut fühlen. Kann ganz lehrreich sein.
Ein teils rotziges, teils dreckiges, teils dramatisches, immer aber überzeugend direktes Album, das MARGOT ERKNER hier hervorgebracht haben, irgendwo zwischen SURROGAT und PISSE.

Meine Bewertung

Simon-Dominik Otte

Mensch. Musiker (#Nullmorphem). Schauspieler (#BUSC). Rezensent (#blueprintfanzine). Come on, @effzeh! AFP-Fan. (#Amandapalmer). Lehrer. Und überhaupt. Und so.