JOSCHKO macht das, was guten Indie-Rock ausmacht: Er mischt moderne Anteile mit großen Zutaten der Vergangenheit und bastelt aus ihnen Songs, die sich schnell ins Ohr aufmachen. Orientiert sich dabei an dem, was sich mal Britpop nannte, allerdings geht ihm dafür etwas die britische Art des Englischen ab, er driftet doch zu stark ins Amerikanische. Aber gut, das sind Lappalien, letzten Endes. Die Songstruktur ist auf „Past & Present, all at once“ recht ähnlich, langsam schleichen sich die Melodien an, um dann überfallartig auf die Hörenden einzustürzen.
Bei all diesen Vergleichen ist es kein Wunder, dass einer der Songs auf diesem Album mit „Definitely maybe“ betitelt ist – und auch durchaus an die großen OASIS zu erinnern vermag. Zwischendurch gönnt sich JOSCHKO (hinter dem Vincent Joschko steckt, der sich hier von drei Musikern unterstützen lässt) auch einmal eine Pause zum Durchatmen und bringt etwas langsamere Töne ans Tageslicht, wie etwa bei „Surrender to begin“, einem weiteren Song, der an Liam und Co gemahnt.
JOSCHKO gelingt mit diesem Longplayer der Schulterschluss der 2020er mit den 1990ern, ohne dabei alleine auf den Aspekt Vintage zu setzen, sondern die eigenen Stärken in die Songs einfließen und sie so zu mehr als nur einem Abklatsch bereits Dagewesenen werden zu lassen. Eine kleine Perle des Indie-Rocks ist das Ergebnis. Elf Songs, die allesamt Spaß machen und den einen oder anderen verträumten Gedanken zulassen.