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TINY DORIS – In den Dosen

TINY DORIS sind die Antwort der heutigen Zeit auf NINA HAGEN oder IDEAL, in jedem Fall dürften sie ANNETTE HUMPE ein Glitzern ins Auge treiben. Dadaistisch mutet es an, dieses Album, irgendwo zwischen Noise und NDW, zwischen Wahn und Sinn. TINY DORIS treiben sich in Post-Punk-Clubs rum und gucken dabei Arthouse-Filme, allerdings irgendwie mit einem satirischen Unterton.
Auf „In den Dosen“ knirscht, rappelt und quietscht es, klirrt, knarrt und kracht. Darüber liegt meist eine fast schon melodiös zu nennende Gitarre und ein oftmals völlig unerwartet zarter Gesang, auf das erste Hören passt das alles doch gar nicht zusammen, aber spätestens beim zweiten Song hat man verstanden, worum es geht. Zumindest musikalisch. Hier wird aufgebaut und zerstört, errichtet und abgerissen – innerhalb weniger Sekunden. Das Motto geben sie gleich selbst vor: „Brems, brems mich nicht aus!“ Hier heißt es mit Vollgas aufs Kreativitätspedal, die wirklich lyrisch zu nennenden Lyrics prallen mit voller Geschwindigkeit auf den Frontallappen und durchschlagen ihn mühelos.
TINY DORIS machen keine Musik, die man mal eben nebenbei genießen kann. Für „In den Dosen“ muss man sich Zeit nehmen, Konzentration aufbauen, um möglichst viel von dem mitzunehmen, was dieses Album alles bietet. Da reicht auch kein einmaliges Hören. Sicherlich nicht jedermanns Sache, aber wirklich interessant.

Meine Bewertung

Simon-Dominik Otte

Mensch. Musiker (#Nullmorphem). Schauspieler (#BUSC). Rezensent (#blueprintfanzine). Come on, @effzeh! AFP-Fan. (#Amandapalmer). Lehrer. Und überhaupt. Und so.