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NIVE NIELSEN & THE DEER CHILDREN – My mother’s name

Hier beim Blueprint habe ich ja schon wirklich sehr, sehr viel unterschiedliche Musik kennenlernen dürfen. Aber, soweit ich mich richtig erinnere, habe ich noch nie das Album einer grönländischen Inuit besprochen, die auch noch teilweise Songs in ihrer Muttersprache singt. NIVE NIELSEN erzählt uns mit viel Kraft die Geschichte einer Kosmopolitin, die sich in vielen Ländern, an vielen Orten zu Hause fühlen kann, dabei aber immer den Schatz ihrer kulturellen Herkunft hochzuhalten versteht. Die Melodien, die ihre Stimme umgeben, geben ihr glücklicherweise genügend Platz, um die notwendige Wirkung zu entfalten und sich festzusetzen.
„My mother’s name“ gelingt es mühelos, das Dröhnen der Welt und all ihre Herausforderungen für einige Zeit nach außen zu drängen und sich warm in den Kopf zu legen, für Entspannung zu sorgen, ohne dabei sorglos zu sein. NIVE NIELSEN möchte etwas mitteilen, möchte sich mitteilen, möchte uns an ihrer Kraft, ihrer Geschichte und ihren Geschichten teilhaben lassen. Mal schwankt sie dabei wie TOM WAITS durch den Song, wie etwa beim Grönländischen „Nuna Pii“, dann wieder findet sie sich an der Seite ihrer fast Namenscousine TAMI NIELSON wieder („Low“) oder schwebt zurückhaltend-zauberhaft durch die Melodien („Systematic“), immer getragen von folkigen und dennoch immer auch mit kleinen Überraschungen gespickten Arrangements, wie etwa auch in „Systematic“, wenn es quietscht und knirscht und rauscht.
„My mother’s name ist ein Gesamtkunstwerk, dem es gelingt, sowohl fesselnd als auch entspannend zu sein.

Meine Bewertung

Simon-Dominik Otte

Mensch. Musiker (#Nullmorphem). Schauspieler (#BUSC). Rezensent (#blueprintfanzine). Come on, @effzeh! AFP-Fan. (#Amandapalmer). Lehrer. Und überhaupt. Und so.