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MARTIN WINSOR & JEANNIE STEEL – Troubadours

 
Fast fünfzig Jahre haben diese Aufnahmen gewartet. Entstanden sogar noch vor meinem Geburtstjahr – und ich bin ja schon uralt. Worauf haben sie gewartet? Darauf, endlich veröffentlicht zu werden. Bis Thomas Ölscher die Bänder gesichtet und restauriert hat, nachdem John Cremer von Railroad Tracks, der zum damaligen Zeitpunkt für die Aufnahmen zuständig war, diese wieder aus einer Schublade geholt hatte.
„Troubadours“ trägt diesen Namen wohl zurecht – traten die Musiker:innen doch damals gemeinsam erstmals im Troubadour in London auf. Das Album versammelt eine Kollektion von Studio- und Live-Aufnahmen von Songs, die MARTIN WINSOR, REDD SULLIVAN und JEANNIE STEEL unter anderem auf ihrer Omnibus-Tournee spielten.
Geboten wird uns das, was wir erwarten können: Typischer 70er-Jahre-Folk, viel Traditionelles, aber auch einiges Überraschendes („Stealin'“), ziemlich perfekt vorgetragen und inszeniert. Besonders gelungen sind die im Duett gesundenen Stücke, die beiden Stimmen viel Raum und sie doch gemeinsam klingen lassen. Viel Gefühl wird auf „Troubadours“ gezeigt – und das in jedweder Färbung.
John Cremer hat sich somit seinen Traum noch selbst erfüllt, den damals die Trennung der EMI von Songbird zu zerstören drohte. Was lange währt, wird endlich gut. Zumindest in Folkdingen scheint das der Wahrheit zu entsprechen.
 

Simon-Dominik Otte

Mensch. Musiker (#Nullmorphem). Schauspieler (#BUSC). Rezensent (#blueprintfanzine). Come on, @effzeh! AFP-Fan. (#Amandapalmer). Lehrer. Und überhaupt. Und so.