Der Opener von „All in“ überrascht massiv, klingt er doch wie das Intro zu einer introspektiven Singer/Songwriter-Scheibe. Jedoch keine Angst, lange hält dieses überraschende Gefühl nicht vor, dann kommen KRAAN auch mit dem, wofür sie bekannt und beliebt sind: Dieser leicht krautrockige 70s-Sound, mit den verqueren Gitarrensoli und dem verhallten Hintergrundsgesang. Die deutschen PINK FLOYD treffen auf den Funk früherer Jahrzehnte und fühlen sich auch im Jazz durchaus zu Hause.
KRAAN präsentieren sich den neuen Einflüssen gewachsen, vergessen weder Wurzeln noch den eigenen Impact auf die Musikgeschichte, die sie seit 55 Jahren mitgeprägt haben. Hier wird jeder Fan zugreifen und auch jüngere Musikliebhaber:innen, denen virtuose Gitarrenmusik etwas zu geben vermag, werden hier ihre Freude haben. Es groovt ganz ordentlich auf „All in“, das lässt sich zweifelsfrei festhalten. Dabei gewinnen die einzelnen Songs durch die für die beschriebenen Musikeinflüsse doch recht kurzen Tracks, denen nicht zu viel aufgehalst wird und die sich durch das variantenreiche Gitarrenspiel definieren.
Es ist erfreulich zu vermerken, dass KRAAN auf keinen wie auch immer gearteten aktuellen Hype aufspringen, sich bspw. keinen Rapper an die Seite stellen o.ä., sondern mit dem glänzen, was sie können: Groovende Songs schreiben. Dabei werden sie sicherlich auch bleiben. Konstant. Man könnte auch sagen: Stabil.