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BROKEN SOCIAL SCENE – Remember the humans

Kürzlich erzählte mir jemand, dass er in diesem Jahr zum ersten Mal auf dem Immergut-Festival in Neustrelitz gewesen sei und das Festival als angenehm klein und familiär erlebt habe. Ich selbst war Anfang der 2000er mehrmals dort und verbinde mit dem Festival vor allem die Labels Arts & Crafts, Sinnbus und das damals frisch gegründete Grand Hotel van Cleef. Die Bands dieser Häuser waren regelmäßig vertreten. Und so ist für mich auch die Musik des kanadischen Indie-Kollektivs BROKEN SOCIAL SCENE untrennbar mit dem Immergut verbunden.
Ihre neue Platte „Remember the humans“ weckt nach fast einem Jahrzehnt Album-Pause genau jene Assoziationen. BROKEN SOCIAL SCENE klingen auch heute noch so heimelig und vertraut wie eh und je. Dabei gelingt es der Bigband der Indiestars weiterhin, nicht in gefühlsduselige Belanglosigkeit abzudriften. Stattdessen legen sie erneut ein vielschichtiges Werk vor: Üppige Arrangements aus Gitarren, Bläsern, Elektronik und wechselnden Stimmen treffen auf melancholische Melodien und einen warmen, zutiefst menschlichen Grundton.
Damit wären wir auch schon beim zentralen Thema des Albums. „Remember the humans“ handelt von Gemeinschaft, Empathie und echten zwischenmenschlichen Beziehungen. Es reagiert auf eine Gegenwart, die zugleich hypervernetzt und emotional distanziert wirkt, auf eine Welt, in der Autokraten an Einfluss gewinnen und bewaffnete Konflikte wieder zunehmen. Die Sehnsucht nach den guten alten Zeiten, die dabei mitschwingt, transportieren BROKEN SOCIAL SCENE auch musikalisch. Das ist keine große Neuerfindung, sondern vielmehr eine gereifte, nachdenklichere Version ihres vertrauten Sounds zwischen Indie Rock, Chamber Pop und Art Rock.
Wer mit dieser Band groß geworden ist, wird sich hier sofort zu Hause fühlen – und feststellen, dass sich manche Dinge zum Glück nicht verändern müssen.

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