Guter, alter Indiepoprock, der da aus den Boxen zu uns gelangt. DEA MATRONA widmen sich ausführlich dieser Musikrichtung und zeigen auf, dass sie sie mehr als ausreichend beherrschen. Das Songwriting ist stimmig, die Melodien haben keine Schwierigkeiten, sich in deine Ohren zu spielen und die interessanten Stimmfarben geben DEA MATRONA noch das kleine i-Tüpfelchen.
Mal zeigen sich die Songs als verletzliche kleine Blüten, dann wieder als durchsetzungsstarker Löwenzahn, der sich durch den Asphalt bohrt. Mit teils recht poppigen Arrangements geht es durch das Album, das sich ziemlich auffällig mit dem Begriff Care beschäftigt. Mal hasst man es, dass Dinge einen kümmern, dann wieder ist einem eigentlich alles egal. „Couldn’t care less“ eben. Aber „Hate that I care“ darf man gerne die Aufmerksamkeit schenken.
Die beiden Irinnen zeigen auf ihrem zweiten Longplayer, dass sie einen Schritt weitergegangen sind und dieser Schritt sie auch einen Schritt weitergebracht hat: Weiter auf dem Weg zum perfekten Popsong, weiter zum makellosen Songwriting. Und dennoch geht „Hate that I care“ nicht die gewisse Schroffheit ab, die die zehn Songs spannend und interessant hält, sie nicht zu leeren Hülsen verkommen lässt. Und das zeichnet DEA MATRONA aus, die sicherlich auch das Zeug hätten, einen klinisch reinen Charthit zu schreiben. Aber sie touren lieber mit STING. Weise Entscheidung.