Es lief mal nicht so gut zwischen ALIN COEN und mir. Da gab es Songs, bei denen ich dachte: „Ach, Mensch, jetzt wird mir das aber wirklich zu mainstreamig!“ Passiert. Umso erfreuter war ich, als mich ihr neuester Streich „Du bedeutest mir die Welt“ mich erreichte und ich schon beim Opener „Immer noch da“ denken musste: „Yeah. Sie hat mich wieder.“
So stark ist dieser erste Track, so umarmend, erleuchtend, erfüllend. ALIN COENs Stimme packt einen endlich wieder sofort und lässt dich augenblicklich träumen. Und glücklicherweise geht es ähnlich stark auch weiter, „Die wichtigen Zahlen“ zeigen ein völlig anderes Bild, viel bewegter, flüssiger, tänzelnder, anders, aber trotzdem oder gerade deswegen gut. Überhaupt ist es diese Abwechslung, sind es die Besonderheiten der Songs, die „Du bedeutest mir die Welt“ so spannend macht, die Vorfreude auf den nächsten Song kämpft mit der Begeisterung für den aktuellen um Aufmerksamkeit und es ist egal, wer gewinnt, denn gewinnen werden stets die Hörenden.
Was überrascht, ist die Positivität, die ALIN COEN auf diesem Album spüren lässt, dieser leicht glückliche Blick auf die Zukunft und auch der Rückblick auf das bisher Erreichte, beides tut in der heutigen Zeit sehr gut und lässt durchatmen. „Die Gedanken, die dich so zermürben, schmeiß‘ sie mit dem nächsten Luftstrom raus!“
Untermalt wird ALIN COENs Stimme mit einem zarten Piano, das sich mal versteckt, dann wieder in den Vordergrund spielt, immer aber jede Gefühlslage unterstützt.
Das Album verzichtet auf die schmalzigen Popzusätze und setzt viel eher auf die eher folkigen Momente, die all die Kunstfertigkeit zeigen, die Musik zu bieten in der Lage ist (hervorragendes Beispiel hierfür ist „Schwer verliebt“, bei dem so viele Kleinigkeiten auf Entdeckung warten). Wobei auch elektronische Späße nicht zu kurz kommen („Alles beginnt im All“).
Ich freue mich tatsächlich persönlich sehr, dass ALIN COEN ein so großartiges Album gelungen ist, das auch textlich so lyrisch und gleichzeitig so alltagsnah und menschlich ist, mit dem sie mich definitiv zurückerobert hat. Lasst euch gerne selbst davon überzeugen, wie gut „Du bedeutest mir die Welt“ klingt. Der Titeltrack am Ende ist ein weiterer Anspieltipp. Hört rein!