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THE WOMBATS – 20.07.2026, Kulturinsel Wöhrmühle (Erlangen)

Das war meine persönliche Jubiläumsshow: Genau vor einem Jahr habe ich an gleicher Stelle MAXÏMO PARK gesehen und anschließend meinen allerersten Bericht für das Blueprint Fanzine geschrieben. Es ist also genau genommen mein Jubiläumsbericht – ein Jahr Blueprint-Schreiber, juhu!
Von daher liegt es natürlich nahe, die beiden Auftritte von THE WOMBATS und MAXÏMO PARK miteinander zu vergleichen. Auch weil beide Bands der britischen Indie-Rock-Szene der 2000er-Jahre ihren Stempel aufgedrückt und Hits im Gepäck haben, die in keiner Indie-Disco fehlen dürfen.
Welche Band mir besser gefallen hat, will ich an dieser Stelle noch nicht verraten. Fest steht aber schon mal, dass mich die britische Vorband CHERRYHOLT eher wenig beeindruckt hat. Ihr kleiner Hit „Irresistible“ klingt tatsächlich komplett wie ein THE KOOKS-Klon. Zugutehalten muss man der Band allerdings, dass alle Mitglieder noch ziemlich jung sind – zwischen 17 und 19 Jahren. Wenn sie noch etwas mehr Eigenständigkeit entwickeln, könnte das durchaus noch was werden. Andernfalls verschwinden sie vermutlich ziemlich schnell in der Versenkung. Der Auftritt als Support für THE WOMBATS war jedenfalls ihr bisher größter und gleichzeitig der erste in Deutschland. Ob der Sänger deshalb das „I’m Only Here For The Beer“-T-Shirt trug?

Dann kamen THE WOMBATS auf die Bühne. Einfach so, ohne Intro oder große Gesten. Das gab sofort Sympathiepunkte, auch wenn der Eindruck aufkam, Sänger „Murph“ sei gerade erst geweckt worden und habe sich nur noch schnell eine Jogginghose überwerfen können. Sehr passend wirkte dann auch der erste Song „Sorry I’m late, I didn’t want to come“ vom aktuellen Album „Oh! The ocean“. Der Refrain wildert mit seiner hohen Tonlage ein wenig in PARCELS-Gefilden, was aber hervorragend passt. Danach folgten mit „Moving to New York“ und „Techno Fan“ gleich zwei Hits. Die Menge erwies sich nicht nur als absolut textsicher, sondern hatte auch ordentlich Bock zu tanzen – also auf dieses fränkische, leicht verhaltene Tanzen, welches aber im späteren Verlauf ordentlich Fahrt aufnahm (bis hin zum Moshpit, was aus meiner Sicht bei einer poppigen Indie Band ja eher nicht so passt).
Und so ging es fröhlich weiter: viele Hits, aufgelockert durch ruhigere Songs („Lethal combination“ gab es in einer Akustik-Version), hin und wieder lustige Ansagen und viel Applaus. Und natürlich als allerletzte Zugabe den Signature Song der Band: „Let’s Dance to Joy Division“.

Außer der kurzen Spielzeit (knapp 80 Minuten) gibt es eigentlich nicht viel zu kritisieren. Aber eine „Mind-Blowing-Experience“ war es auch nicht. Bevor jetzt alle Die-Hard-THE-WOMBATS-Fans aufschreien: Das Konzert war trotzdem gut. Auch wenn MAXÏMO PARK vor einem Jahr besser waren. Eigentlich. Denn nachdem ich gerade noch einmal meine damalige Review gelesen habe (in der ich auch ausführlich über die Location berichtet habe), zweifle ich ein wenig an meiner Erinnerungsfähigkeit – dort habe ich nämlich auch nicht gerade überschwänglich berichtet. Wahrscheinlich mag ich MAXÏMO PARK einfach lieber.
Vielleicht fand ich aber auch die lebensgroßen Plüsch-Wombats, die zweimal auf die Bühne kamen, einfach nur albern. Wobei es immerhin zu einem lustigen Aufeinandertreffen mit dem Maskottchen des Sponsors MAUSS BAU kam: Bei einem Song stürmte dieses gemeinsam mit einem Plüsch-Wombat die Bühne. Nach dem Song fragte sich die Band sichtlich verwirrt: „War das eigentlich eine Maus?“ „Murph“ meinte darauhin: „Natürlich war das eine Maus, es stand ja schließlich auf dem Kostüm drauf!“