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REINHARD LAKOMY – Palastkonzert

Meine Freundin stammt gebürtig aus der DDR und verbrachte die ersten 14 Jahre ihres Lebens in einem Land, das es heute nicht mehr gibt. Noch heute schwärmt sie von den DEFA-Märchenfilmen jener Zeit. Natürlich kannte sie auch musikalische Größen wie CITY, KEIMZEIT, KARUSSELL, STERN-COMBO MEISSEN oder PANKOW. Mit dem Namen REINHARD LAKOMY hingegen konnte sie zunächst nichts anfangen – jedenfalls so lange nicht, bis ich ihr erzählte, dass er gemeinsam mit seiner Frau Monika Erhardt Lakomy die Musik zum Kinderhörspiel-Musical „Der Traumzauberbaum“ geschrieben hatte.
Ein Kollege von mir, ebenfalls in der DDR aufgewachsen und gewissermaßen ein wandelndes Ostrock-Lexikon, wusste dagegen sofort, wer LAKOMY war. Er erzählte von dessen Anfängen im Jazz, der Zusammenarbeit mit TANGERINE DREAM und natürlich auch vom „Traumzauberbaum“ sowie von dem legendären Konzert im Palast der Republik, das nun als Livealbum vorliegt.
Vielleicht ergibt es deshalb auch mehr Sinn, dieses Album nicht nach heutigen Maßstäben zu bewerten, sondern als historisches Zeitdokument eines der spannendsten Musiker der DDR zu betrachten. Denn was man REINHARD LAKOMY zweifellos attestieren muss, ist seine bemerkenswerte stilistische Offenheit. Warum sich auf ein Genre beschränken, wenn sich Elektronik, Jazzrock, Prog-Rock und Filmmusik zu etwas Eigenständigem verbinden lassen? So entsteht ein ebenso eigenwilliges wie avantgardistisches Werk – irgendwo zwischen TANGERINE DREAM, JEAN-MICHEL JARRE und KRAFTWERK.