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MIKAEL MÁNI – Half sun

Ich weiß. Jazz landet bei blueprint leider ziemlich häufig auf dem Abstellgleis der Kurzreviews. Das liegt zum einen daran, dass wir im Team nur wenige ausgewiesene Jazz-Afficionados haben und die Promos aus diesem Genre deshalb erstaunlich oft bei mir landen. Zum anderen trifft man mich zwar regelmäßig beim Elbjazz oder Überjazz und auch beim Reeperbahn Festival höre ich mir jedes Jahr die eine oder andere Jazz-Band an – im klassischen Jazzkonzert bin ich trotzdem eher selten anzutreffen. Ich mag es dann doch lieber, wenn der Jazz ein bisschen über den Tellerrand schaut.
Und genau deshalb sollte Half sun des isländischen Musikers MIKAEL MÁNI hier nicht unentdeckt bleiben. Denn neben dem zweifellos vorhandenen musikalischen Können schafft er eine ziemlich schöne Gratwanderung zwischen atmosphärischem Instrumentaljazz, Ambient, Indie-Jazz und Postrock. Sogar ein bisschen Prog lugt um die Ecke, was mich normalerweise eher zur Flucht bewegt. Bei MANI sind die Übergänge allerdings so luftig und selbstverständlich, dass man ihm gerne auf all seinen kleinen Exkursionen folgt.
Mal melodisch, mal fast filmisch, häufig ruhig und introspektiv, aber immer mit genügend rhythmischer Bewegung, um nicht komplett im Ambient zu versinken. Fans von GOGO PENGUIN und NILS PETTER MOLVÆR sollten Half sun ebenso eine Chance geben wie Menschen, die mit der Gitarre von PAT METHENY etwas anfangen können. Half sun zwar, aber volle Aufmerksamkeit!

Meine Bewertung