Mir waren MARTIN DUPONT bis dato völlig unbekannt. Dabei gibt es die französische Band bereits seit 1980. Die Musik würde ich irgendwo zwischen New Wave und Synth-Pop einordnen – der Sänger erinnert mich auch stark an TALKING HEADS Mastermind David Byrne. Aber auch Anleihen an DAVID BOWIEs Stimme sind definitiv gegeben. Die Musik ist sehr opulent, oftmals mit Streichinstrumenten und Operngesang untermalt.
„Dreamin“, der zweite Song des Albums, gefällt mir besonders gut. Aufs Nötigste reduziert können sich die Synthies voll entfalten, und Leadsänger Alain Seghir komplettiert das Ganze perfekt mit seinem Gesang. Gerade in diesen Momenten, wenn die Musik weniger pompös wirkt, kann das Album bei mir voll punkten. Doch leider kommen dann wieder Lieder wie „Time“, die einfach zu viel wollen, und wo die Produktion überladen wirkt.
Bei „Arabian nights“ hat die Band Blaine Reininger von der Band TUXEDOMOON für ein Violinensolo eingeladen. Das passt ganz hervorragend zusammen. Der Song ist dann auch wieder einer der stärkeren auf dem Album.
Ich glaube, in den 80ern hätte mich das Album viel mehr angesprochen. Mir gefällt das schon noch, aber es gibt einfach Bands, die solchen Sound besser in die heutige Zeit übertragen. Auf der anderen Seite, würde ich bei einer 80er-New-Wave-Disco, wenn MARTIN DUPONT gespielt wird, genauso tanzen wie bei alten Klassikern. Gerade „Reality“ würde sich dafür perfekt eignen.