LEISTUNGSTRÄGER – was für ein geiler Bandname! Da schnalzt sogar Friedrich Merz anerkennend mit der Zunge. Ob der amtierende Bundeskasper allerdings auch sein spärliches Haupthaar im Takt der Musik schütteln würde, wage ich hingegen zu bezweifeln. Denn auch wenn sich das Trio aus Berlin auf seiner Homepage vollmundig als„Serviceanbieter für nachhaltige und hochspezialisierte Audio-Entertainment-Innovationen mit branchenübergreifender Unterstützung sämtlicher Subkultur-Segmente“ präsentiert, kloppt einem „Goldwashing“ 10 Tracks lang unkonventionellen Deutschpunk auf den Schädel. Mal mit leichter Hardcore-Schlagseite („Inkasso Solibeitrag“, „Nur in Deutschland“), mal zurückgenommen mit für Punk-Verhältnisse geradezu epischer Songlänge von fünfeinhalb Minuten („Gewusst wie“). Was sich hingegen wie ein roter Faden durch die Lieder zieht, ist diese wunderbare Mischung aus Politik und Zynismus in den Texten, die mir das ein oder andere Schmunzeln abgerungen haben. Eines steht jedenfalls fest: Mit solchen Leistungsträgern muss man sich um die Bundesrepublik Deutschpunk keine Sorgen machen.
LEISTUNGSTRÄGER – Goldwashing
- Beitrags-Autor:Bernd Cramer
- Beitrag veröffentlicht:28. April 2026
- Beitrags-Kategorie:Tonträger
Bernd Cramer
Konzert-Junkie & Vinyl-Liebhaber.
Schreibt über Musik, ohne zu Architektur zu tanzen.