Alles zerreißt, spaltet sich, bricht auseinander, gefühlt sogar die ganze Welt. Somit erscheint es einfach nur nachvollziehbar, dass LE_MOL ihr neuestes Werk eben „Split split“ betitelt haben. Dabei beweist die Musik auf diesem Album, dass eben sie dazu beitragen kann, dass alles auch wieder verbunden wird – nicht nur über die Loops, sondern auch schon über die Verbindung einzelner Stile, setzen sich die Tracks doch aus Bestandteilen von bspw. Wave, Shoegaze und Post-Punk zusammen, um dann ein Gesamtbild des Post-Rock abzuliefern.
Da LE_MOL mit nur sehr wenigen Ausnahmen instrumental zu Werke geht, bleibt ein enormer Raum für eigene Interpretationen (und vielleicht sogar eigene Texte, die man über die Klangwände setzen möchte – möglicherweise ging es mir so), Raum für Nachdenken, den man sich im every day life viel zu selten nehmen kann.
LE_MOL vermitteln Gefühle, erwecken sie mindestens zum Leben, auf unterschiedliche Weise und mit unterschiedlicher Intention. Und lässt man sich in diese Gefühle fallen, dann stellt man fest, wie sehr sich „Split split“ als Hintergrund, als Stütze für eben diese Gefühle eignet, wie viel einfacher es wird, den Gedanken ihren verdienten Platz und ihre verdiente Zeit einzuräumen.
Ist dann das Ende erreicht, der letzte Loop-Hall von „one third split second“ erklungen, sind die Hörenden mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit dem eigenen Leben ein gutes Stück näher gekommen, vielleicht sogar der eigenen Seele. LE_MOL eröffnen Räume – zum (Nach-)Denken, zum Fühlen, zum Treibenlassen. Lasst euch drauf ein!