Ich habe zunächst ehrlich gesagt dreimal hingeschaut, als ich die Referenzen für dieses Album las: THE CURE, KATE BUSH und KORN? Wie soll das denn zusammenpassen, da ist doch bestimmt etwas verrutscht … ist es aber nicht, denn tatsächlich fallen einem diese Drei durchaus ein, wenn man „Bruxism“ von GRANDMA’S ASHES hört.
Die französische Band mischt die hymnische Kraft der Sängerin mit der Wucht der brachialen Gitarren, die sich dennoch auch melodiös flirrend auszubreiten verstehen.
Dabei widmen sie sich auch inhaltlich keinen einfachen Themen, bleiben dabei nicht allgemein, sondern gehen in die Tiefe der eigenen Persönlichkeit – eigentlich jeder Persönlichkeit. Die vielen kleinen Aggressionen, die man tagtäglich erlebt und durchlebt (angefangen bei dem Stress, den andere Menschen im ÖPNV auf dich ausüben können, nicht endend bei häuslicher Gewalt) und die dann (wie ich gerade am eigenen Leib erfahre) zu unbewusstem nächtlichem Zähneknirschen führen. Das eben erklärt den Titel dieses Albums.
GRANDMA’S ASHES klingen manchmal wie die von der Menschheit und dem Leben verzweifelte Version von NIGHTWISH. Diese Verzweiflung ist es, die den Songs noch einmal eine andere Tiefe gibt, etwas, an dem wir uns alle festhalten können, weil wir alle wissen, um was es geht.
Ich als großer THE CURE-Fan muss aber anmerken, dass ich mir den Bestandteil dieser Band innerhalb der Referenzen noch ein bisschen größer gewünscht hätte. Dennoch ist „Bruxism“ ein mehr als brauchbares Rock-Album geworden, das sicherlich auch live seine Qualitäten voll ausspielen wird.