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ELL – Langweilig

ELL wiegen die Hörenden zunächst in einem sanften Gefühl, als könnten sie kein Wässerchen trüben. Und dann, sich stetig steigernd, bricht plötzlich die Hölle über den Ohren los. Eins sollte schon an dieser Stelle klar werden: „Langweilig“ wird dieses Album sicherlich nicht. Wo ich gerade schon von SPILLSBURY schrieb: ELL schlagen auch in diese Kerbe, sind dabei aber deutlich ruppiger und lassen die Gitarre krachen. Abwechslungsreich wechseln sich so die elektronischeren mit den rockigeren Songs ab und regen sich mit gutem Recht über so einiges auf, was gerade hier um uns herum passiert („Salzstreuerin“).
Laut Infozettel klingen ELL nach Schlagbohrmaschine und Kirschblüte. Meiner Meinung nach reicht die Schlagbohrmaschine nicht aus, ELL kommen gleich mit der kompletten Baustelle, lassen aber tatsächlich auch den frischen Knospen ihren Raum und ihre Luft. Und dafür reichen zwei Menschen, Lisa-Anna und Lennart. Diese beiden erzeugen erfrischend positiven Krach. Man will eigentlich direkt den nächsten Track hören, weil man schon gespannt ist, welche Ideen die beiden denn da wieder verarbeiten.
Und zwischendurch sollte noch einmal für alle klar gemacht werden: „Mein Körper, meine Entscheidung, wenn du’s nicht raffst, dann bleib dumm!“ Müsste eigentlich ja eh klar sein, aber um es noch einmal zu unterstreichen.
Dass ELL mit dem Titeltrack dann auch noch fast ein EINSTÜRZENDE NEUBAUTEN-Track gelingt, ist dann nur das Tüpfelchen auf dem I. Dieses Duo macht Spaß, hat Aussage und jede Menge Kraft. Spannend.

Meine Bewertung

Simon-Dominik Otte

Mensch. Musiker (#Nullmorphem). Schauspieler (#BUSC). Rezensent (#blueprintfanzine). Come on, @effzeh! AFP-Fan. (#Amandapalmer). Lehrer. Und überhaupt. Und so.