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DITZ – 18.04.2026, Softspot (Nürnberg)

Was war das für ein Konzertwochenende in Nürnberg! Noch bevor DITZ am Samstagabend auftreten sollten, gab es bereits am Freitag ein Highlight: ANTONY SZMIEREK aus Manchester läutete mit tanzbarem britischem Sprechgesang das Wochenende mit einem verdammt starken Gig ein.
Und am Tag danach ging es genauso genial weiter. Denn auch DITZ (ebenfalls aus dem UK, genauer gesagt aus Brighton) lieferten mehr als ab. Das Softspot war gut gefüllt, aber nicht ausverkauft – was immer sehr angenehm ist, denn so hat man noch ein wenig Bewegungsfreiheit beim Tanzen und wird nicht so oft von anderen angerempelt.
Bevor DITZ auf die Bühne kamen, gab es aber noch lokalen Support von HI MUM, die erst vor zwei Wochen an gleicher Stelle ihr Album-Release gefeiert hatten. Waren sie dort noch sichtlich nervös und Sängerin Lilly Kletke stimmlich weniger präsent als auf dem top produzierten Album, klang das dieses Mal um Längen besser. Und auch beim Publikum kam der Sound der Band, der stark an 90er-Alternative-Rock erinnert und eine nostalgische Note versprüht, gut an. Der Applaus wurde von Song zu Song größer und die Band immer sicherer. Nach dem Konzert habe ich einige Leute mit der LP „Ghostwood“ unter dem Arm herumlaufen sehen. Das freut mich sehr, denn das Album ist nicht umsonst immer noch unser aktueller Albumtipp.
Dann gab es eine kurze Pause, und DITZ bauten alles komplett selbst auf. Und obwohl der Umbau sehr schnell vonstattenging, war der Sound von Beginn an 1A. Man merkte sofort: Hier ist ein eingespieltes Team am Werk. Der Soundmann der Band hat das wirklich hervorragend gemacht. Die Band startete – genau wie auf dem aktuellen Album „Never exhale“ – mit „V70“ und „Taxi Man“. Bei Letzterem ließ Cal Francis (Gesang) gleich mal das Publikum in der Mitte auseinandergehen, um es auf Kommando tanzend und springend wieder zusammenzuführen. Da die Franken aber als eher zurückhaltend gelten, war die Mitmachquote zunächst noch überschaubar.
Keine Vorlaufzeit brauchte hingegen die Band, die mit „Four“ weitermachte. Der Song baut sich richtig genial auf: Zu Beginn verzerrte Gitarrenanschläge, dann setzt das Schlagzeug mit einem einfachen, aber effektiven Beat ein, und nach knapp 50 Sekunden kommt der Bass dazu – das Ganze enorm tanzbar. Nach etwa eineinhalb Minuten folgt ein kurzer Break, bevor der Song laut ausbricht. Ich liebe diesen Track, der zusammen mit „I Am Kate Moss“ genau das verkörpert, was mir an der Band so gefällt. Irgendjemand hat mich vor dem Konzert gefragt, was DITZ eigentlich für Musik machen. Während des Konzerts kamen mir zwei Bands in den Sinn, die das ganz gut beschreiben: eine Mischung aus JESUS LIZARD und LES SAVY FAV – vorausgesetzt natürlich, man kennt beide.
Vor „Warden“ gab es dann einen kleinen Ausflug von Cal Francis Richtung Bar, um sich persönlich ein Bier zu holen – und gleichzeitig zu betonen, wie stolz wir in Deutschland auf unser gutes Bier sein können. Überhaupt hat die Band keinerlei Berührungsängste. Wer mit den Bandmitgliedern in Kontakt treten möchte, hat es leicht: Die fünf mischen sich vor allem nach dem Auftritt unter die Leute, sei es für Fotos oder Gespräche mit Fans. Diese Bodenständigkeit gefällt mir verdammt gut an DITZ. Sie sind nicht nur eine Wahnsinnsband, sondern auch noch super sympathisch.

Das Konzert war nach gut 80 Minuten vorbei. Eine Zugabe gab es nicht. Ich hätte nichts dagegen gehabt, wären sie noch einmal auf die Bühne gekommen, war aber auch so rundum zufrieden – es hat mir nichts gefehlt. Mit schicken DITZ-Socken im Gepäck bin ich dann nach Hause geschlendert und habe mir gedacht: Solange es Acts wie DITZ und ANTONY SZMIEREK gibt, ist mir um die musikalische Welt nicht bange!