You are currently viewing POWER MÜSLI OF DEATH – Müsli bei die Fische

POWER MÜSLI OF DEATH – Müsli bei die Fische

Es mag eine Ironie des Schicksals sein, dass ein Konzeptalbum über Fische ausgerechnet bei dem einzigen Blueprint-Schreiber mit Fischeiweißallergie landet. Ja, ihr habt richtig gelesen: POWER MÜSLI OF DEATH (was für ein Bandname!) widmen eine komplette Langspielplatte den geschuppten Kiementieren. Und Ironie ist in diesem Fall sowieso passend, denn wie Songtitel der Sorte „Fisch über Bordrestaurant“, „Was Thunfisch“, „Alles für den Aaal“ oder „Zanderstruck“ bereits erahnen lassen, wird sich dem Thema in erster Linie aus der Humor-Richtung genähert. Umso erstaunlicher, wie viel Kreativität und Detailversessenheit auch jenseits der zahlreichen (mehr oder weniger gelungenen) Wortspiele in dieses Projekt gesteckt wurde. So kommen hier neben schmissigen Punkrock-Songs beispielsweise auch eine Neue Deutsche Härte-Verarsche („Neue Deutsche Gräte“) oder eine mittelalterlicher Minnesang-Ballade („Die Ballade vom mutigen Manni“) auf den (Platten-)Teller. Ähnlich viel Mühe haben sich POWER MÜSLI OF DEATH beim Artwork gegeben, denn zu jedem einzelnen Song liegt ein eigenes separates Textblatt bei, dessen Rückseite ein potenzielles Single-Cover für das jeweilige Stück ziert. Umso bedauerlicher, dass die Zielgruppe in diesem Fall ziemlich eng gefasst ist und „Müsli bei die Fische“ außerhalb des Angel- und Aquaristik-affinen Flügels innerhalb der Funpunk-Szene vermutlich nur wenig Aufmerksamkeit erhalten wird. Der Band selber wird´s vermutlich jedoch egal sein, denn dass die Produktion dieser Platte für alle Beteiligten ein Mordsspaß war, ist offenkundig. Darauf ein mit voller Inbrunst geschmettertes „Petri heil“ Richtung Berlin!

Meine Bewertung

Bernd Cramer

Konzert-Junkie & Vinyl-Liebhaber. Schreibt über Musik, ohne zu Architektur zu tanzen.