Schwere Gitarrenblöcke fahren YEAST MACHINE aus Tübingen auf ihrem zweiten Longplayer auf, um etwas abzuliefern, das sich zwischen Grunge und Stonerrock einordnen lässt, die Saiten schneiden ins Fleisch und ins Hirn, man hat das Gefühl, es geht immer noch ein bisschen tiefer und schwerer, ohne dabei aber schwermütig zu werden. Eine langsame Version von NIRVANA, oder aber NIRVANA, die sich endlich die notwendige Therapie gegönnt haben? Oder aber doch eine lange Nacht zu viel, mit JIM MORRISON auf den Ohren? Denn auch THE DOORS finden sich in den Klängen von „Bad Milk“ immer mal wieder.
Größtenteils aber widmen sich YEAST MACHINE einem Wiederaufblühen der 1990er-Jahre, mit allem, was dazu gehört, ob nun Grunge, Punk oder Rock, größere Bestandteile von alldem lassen sich hier ohne Probleme finden. Mal treibend, mal schleppend, meistens fesselnd, selten träge und besonders dann, wenn der Gesang sich fast ins Falsett verabschiedet, besonders spannend. Hier denkt man sofort an PEARL JAM und EDDIE VEDDER.
Dennoch sind diese 10 Tracks keine reine Lobhudelei auf die 90er, sondern auch ein selbstständiges, eigenständiges, für sich selbst einstehendes Gesamtwerk, das unter Rockfans (und nicht nur den nostalgischen) sicherlich so einige Freundschaften finden und pflegen wird. Wenn ihr mit einem einzigen Song die gesamte Bandbreite der YEAST MACHINE kennenlernen möchtet, dann sei euch „Karthago“ empfohlen. Brennt sich ein.