Die Gitarren sägen sich in die Freiheit, die Drums ballern die Wände hinfort, dazu flirrende, spukende Synths – YASS bieten das volle Programm Post-Punk mit einer saftigen Portion Noise dabei und auch der Dark Wave und auch fast schon EBM kommen nicht zu kurz. Manchmal erinnern sie an ALIEN SEX FIEND, dann wieder an eine langsamere Version von MINISTRY, zwischendurch auch an VELVET ACID CHRIST und schließlich experimentieren sie mit Sounds, als wären sie die EINSTÜRZENDEN NEUBAUTEN. Dabei geht es auf „Feel safe“ (dieser Titel steht der Härte und Klarheit der Musik diametral gegenüber) immer nur in eine Richtung: Nach vorne. Auf eventuell im Weg stehende Gegenstände oder andere Hindernisse wird keine Rücksicht genommen.
YASS zelebrieren die lautstarke Dunkelheit, lassen es im wahrsten Sinne des Wortes krachen, der Gesang wirkt auch eher wie ein Hilferuf aus dem Armageddon heraus, so verweht und unverständlich erreicht er die Ohren der Hörenden. „Feel safe“ ist ein Album, das sich nicht beirren lässt. Nicht von Chartplatzierungen, modernen Irrungen und Wirrungen, von zarten Melodien oder radiotauglichen Eingriffen in die Songs, die ihm sicherlich alle nur das Beste wollen, aber hier komplett fehl am Platze sind.
YASS haben ein Meisterwerk der noisigen Wavemusik erschaffen, das mächtig auf dich herunterkracht und dich nicht so schnell aus den Trümmern entkommen lässt. Und mit „Feel safe“ dürften sie mindestens einen Tanzflächenfüller in den Szeneclubs haben. Das steht fest.