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WÜSTENBERG – The king’s gambit

Das Königsgambit ist wohl die aggressivste Eröffnung eines Schachspiels. Ganz so aggressiv ist der eröffnende Titelsong von WÜSTENBERGs Debütalbum nicht, aber er setzt auch nicht gerade auf zarte Verteidigung. Vielmehr hören wir einen rockigen, einnehmenden Folkrocksong, der sich aus treibenden Drums und verspielten Saiteninstrumenten zusammensetzt.
Franz Wüstenberg hat eine Reihe namhafter Künstler:innen um sich versammelt, um im Studio Nord in Bremen seine Vision des ersten Albums Wirklichkeit werden zu lassen. „The king’s gambit“ lässt Genregrenzen verschwimmen, was ja immer als ein positives Zeichen gewertet wird – mir gefällt dieses Vorgehen allerdings nicht durchgehend, denn so verschwimmen auch die Songs, können sich nicht immer entscheiden, ob sie ein krachender (Folk-)Rocksong sein wollen, oder sich doch lieber in der filigraneren Variante des Folk wohler fühlen. Zudem wird sehr viel Wert auf eingängige Melodien gelegt, die zwar schnell mitgesungen, aber auch genauso schnell wieder vergessen sind und sich nicht wirklich einprägen.
Dabei bieten sie viele Möglichkeiten, das zu verhindern, wenn die klare Entscheidung mal vorliegt, wie etwa bei „Trading manners for the madness“, ein echter Kracher, der auch von den DROPKICK MURPHYS stammen könnte. Dann aber kommt auch wieder „Paradox of love“ und kann sich eben wieder nicht entscheiden und verliert dadurch seine Durchschlagskraft.
Insgesamt ist „The king’s gambit“ ein gutes Album für einen stimmungsvollen Abend im Pub, mit gutem Guinness und Gesprächen, aber es läuft eben mehr im Hintergrund, als sich in den Vordergrund zu spielen und alle Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen.

Meine Bewertung

Simon-Dominik Otte

Mensch. Musiker (#Nullmorphem). Schauspieler (#BUSC). Rezensent (#blueprintfanzine). Come on, @effzeh! AFP-Fan. (#Amandapalmer). Lehrer. Und überhaupt. Und so.