SAD BUT TRUE – Face it

Schon mal vorweg: Was diese CD der Luxemburger Punkrock-Band SAD BUT TRUE angeht, bin ich etwas im Zwiespalt. Auf der einen Seite ist mir die Band sehr sympathisch, denn sie nimmt in ihren Texten zu Themen wie Rassismus, der Illegalisierung von Flüchtlingen oder Medienmanipulation Stellung und unterstreicht ihr politisches und soziales Engagement, indem sie drei Euro von jeder verkauften CD an die unabhängige Organisation „Action Solidarité Tiers Monde“ spendet, die sich für Entwicklungshilfe, Klimaschutz und Menschenrechte einsetzt. Doch mit der Musik, die die Jungs machen, tue ich mir, ehrlich gesagt, ziemlich schwer. Dies mag vielleicht daran liegen, dass man beim Durchhören dieses Longplayers eher das Gefühl hat, es mit einer Compilation-CD verschiedener Bands zu tun zu haben, denn die Songs unterscheiden sich dermaßen voneinander, dass partout kein klarer Stil zu erkennen ist. Erschwerend trägt dazu bei, dass auf diesem Tonträger Texte in gleich fünf verschiedenen Sprachen zu finden sind, wodurch das eben beschriebene Gefühl noch weiter verstärkt wird. So tummeln sich beispielsweise ein französisches Stück mit funkigen (!) WahWah-Gitarren oder ein typisches Deutschpunk-Stück neben diversen englischsprachigen Punksongs auf diesem Album und ersticken jegliche Hoffnung, auf „Face it“ irgendeinen roten Faden zu entdecken bereits im Keim. Darüber hinaus stecken in den Liedern zwar durchaus interessante Ansätze, doch nur selten können SAD BUT TRUE musikalisch wirklich überzeugen. Als Lichtblicke wären hier das in der Landessprache vorgetragene Ska-Punk-Stück „Luxembourg’s burning“ oder der hymnische Streetpunk-Klopper „Cerco la terra“, der aufgrund seines italienischen Gesangs unweigerlich an Bands wie LOS FASTIDIOS oder DEROZER erinnert, zu erwähnen. Wie man unschwer erkennen kann, macht es einem dieses Album wirklich nicht leicht. Interessant ist es allemal, wirklich überzeugen kann es aber leider nicht.

Bewertung: 5/10

Veröffentlichungsdatum: 22.01.2009

Über Bernd Cramer 1594 Artikel
Konzert-Junkie & Vinyl-Liebhaber. Schreibt über Musik, ohne zu Architektur zu tanzen.