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PANDA LUX – Herz

Mit „Herz“ veröffentlichen PANDA LUX ihr mittlerweile viertes Album – und der Titel ist durchaus Programm. Nie zuvor zeigten sich die Schweizer so nahbar und zugänglich wie auf dieser Platte. Weg von „tiefgekühlter Pizza“ und der „starken Mischung“ aus „Bar franca“, hin zu „Nimm mich in den Arm, nur noch ein letztes Mal“ („Nimm mich in den Arm“). Was für die einen nach Kitsch klingt, wirkt für andere schlicht ehrlich.
Was man PANDA LUX auf ihrem neuen Album in jedem Fall anmerkt, ist eine gewisse Reife. Und wenn man bedenkt, dass sich die Bandmitglieder bereits aus der Schulzeit kennen und noch als Teenager zusammenfanden – heute sind sie gerade einmal um die dreißig –, dann kann man trotz aller Erfahrung schwerlich von „alten Hasen“ sprechen. Zumindest nicht, wenn es um das eigene Leben geht. Sänger Silvan etwa singt im minimalistisch instrumentierten „Was meinem Bauchgefühl gefällt“ von der Suche nach sich selbst.
Wer angesichts der sehr persönlichen Texte nun entsprechend schlichte Popmelodien erwartet, liegt bei PANDA LUX allerdings daneben. Poppig – ja. Aber musikalisch so ausgereift wie eh und je. Klassische Songstrukturen, wie man sie von vielen anderen Bands kennt, sucht man hier meist vergeblich. Und selbst wenn die Schweizer in einzelnen Stücken das ganz große Streichorchester auffahren, wirkt nichts überladen. Wem bei Songs wie dem sehnsüchtigen „Glut“ nicht das Herz aufgeht, der ertränkt vermutlich auch ungewollte Katzenbabys.
Ein hervorragend arrangiertes Album, das wirklich nahegeht – vorausgesetzt, man lässt sich darauf ein. Wenn Popmusik doch immer nur so schön sein könnte.

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