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HI MUM – Ghostwood

Videos, die auf Volksfesten spielen, haben bei mir immer einen kleinen Bonus. Auch wenn ich schon lange kein regelmäßiger Kirmesgänger mehr bin, habe ich es als Kind geliebt, in diese Welt einzutauchen. Der Duft, die Geschwindigkeit und Höhe der Fahrgeschäfte, die bunten Lichter in der Nacht – all das hatte eine große Wirkung auf den kleinen Emil. „Impossible“ von den SHOUT OUT LOUDS ist so ein Video, das bis heute nostalgische Gefühle in mir auslöst. Es gibt noch weitere Beispiele (natürlich auch ziemlich kitschige), etwa SIMPLY RED mit „Fairground“ oder BASTILLE mit „Flaws“.
Und nun reihen sich auch HI MUM in diese Kategorie ein. Ihr Song „Caller ID“ zeigt die Nürnberger Band auf der Fürther Kärwa – also quasi im „verfeindeten“ Nachbarort (zumindest, wenn man es aus Fußballperspektive betrachtet).
Doch kommen wir zum Musikalischen: HI MUM spielen einen wunderbar nostalgischen Mix aus Alternative Rock, Grunge, Shoegaze und Indie. Der Gesang variiert dabei zwischen glasklar – wie im poppigen „Salem“ (was für ein Hit!) – und angenehm verzerrt, wie bei „Caller ID“. Kaum zu glauben, dass es sich hierbei um ein Debütalbum handelt, denn alles wirkt durchweg souverän arrangiert. Das liegt vermutlich auch daran, dass ein Großteil der Band bereits bei MAFFAI zusammen Musik gemacht hat und entsprechend viel Erfahrung mitbringt.
Ob HI MUM nun erfolgreicher werden als MAFFAI, bleibt abzuwarten – zu wünschen wäre es ihnen auf jeden Fall. Dass Musik mit Grunge- und Alternative-Anleihen wieder hervorragend funktioniert, haben Bands wie TURNOVER, SUPERHEAVEN und BALANCE AND COMPOSURE in den letzten Jahren eindrucksvoll bewiesen. Und wem diese Namen nichts sagen, kann sich den Sound irgendwo an der Schnittstelle von WEEZER und den DEFTONES vorstellen.
Von mir gibt es dafür auf jeden Fall einen dicken Daumen nach oben – mein aktueller Blueprint-Albumtipp!

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