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CHRISTIAN FETISH – Aura nera

Denken wir uns kurz zurück in die Zeit, als CHRISTIAN DEATH, FRONT 242, TYPE O NEGATIVE oder VELVET ACID CHRIST ihre größte Zeit hatten … und natürlich NINE INCH NAILS, nicht zu vergessen. In dieser Zeit war auch CHRISTIAN FETISH bereits aktiv – und diese Zeit wird mit „Aura nera“ wieder vom Dachboden geholt, abgestaubt und hochglanzpoliert.
Düster, gewaltig, böse und zerstörerisch. So kommt dieses Album daher, hat wenig Interesse daran, etwas hinter sich zurückzulassen, sobald es erst einmal über die Hörer:innen hinweggefegt ist. Mit teils kaltem Industrial, teils mit überdrehten Gitarren bohrt sich CHRISTIAN FETISH in die Ohren, möchte aufmerksam machen auf die Kälte, die Verrohung, die unsere Welt mehr und mehr in ihren Krallen hält, wächst und wächst. Kosmischer Pessimismus nennt er das selbst, der Künstler, der schon seit so vielen Jahren Musik macht und daher auch seine Vergangenheit in den Tracks thematisiert und sich mit ihr und seinen früheren Gedanken auseinandersetzt.
Was die wirklich eindrucksvoll brutalen Tracks, die immer mit dem Spannungsaufbau und -abfall spielen, mal fast zärtlich, dann aber auch wieder vernichtend stürmisch sind, leider etwas weniger begeisternd macht (wohlgemerkt für mich!), ist das teilweise doch sehr deutsch klingende Englisch, dem man seine österreichische Herkunft einfach nicht absprechen kann.
Davon abgesehen aber macht „Aura nera“ klar, dass der Industrial der 90er auch heute noch wirkt und wirken darf. Und, ehrlich gesagt, wenn der zweite Kreis der Hölle so klingt, dann habe ich kein Problem damit, später einmal dort zu landen. Diese Mischung aus zerstörerischem Elektro und poppigem Wave nach DEPECHE MODE-Art ist durchaus gefällig.

Meine Bewertung

Simon-Dominik Otte

Mensch. Musiker (#Nullmorphem). Schauspieler (#BUSC). Rezensent (#blueprintfanzine). Come on, @effzeh! AFP-Fan. (#Amandapalmer). Lehrer. Und überhaupt. Und so.