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photos: Ibi Köster

ASTRAL BAKERS – 24.04.2026, Top Ten Bar (Hamburg)

Als die junge Hamburger Band EATME die Bühne der Top Ten Bar im Keller des Molotow betrat und den Abend für ASTRAL BAKERS eröffnete, stellte sich schnell das Gefühl ein: Das passt. Obwohl sie inzwischen nur noch zu dritt auftreten, dabei stellenweise noch etwas unsicher wirken und sich ihr Sound spürbar verschoben hat. Im Vergleich zu ihren bisherigen Singles und EPs klang das Set deutlich ruhiger, fast intim. Einen endgültigen Stil haben EATME offenbar noch nicht gefunden – zwischenzeitlich versuchte sich Sängerin Weronika auch solo mit Gesangsmodulationen.
Dass sich unter dem Publikum viele Freundinnen und Freunde der Band befanden, trug spürbar zur offenen, wohlwollenden Atmosphäre bei – ohne den Eindruck zu erwecken, dass die positive Resonanz allein darauf zurückzuführen wäre. Im Gegenteil: Gerade dieses Suchende, gepaart mit einem wertschätzenden Miteinander, fügte sich stimmig ins Vorprogramm ein. Man darf gespannt sein, wohin sich EATME entwickeln.

EATME

Auch bei ASTRAL BAKERS gibt es Neues: ihre erste eigene Deutschlandtour, ein neues Album im Gepäck – und zugleich bereits der zweite Auftritt in Hamburg. Auf die Frage, wer die Band vor anderthalb Jahren beim Reeperbahn Festival gesehen habe, gingen einige Hände nach oben. So viel zur Behauptung, das renommierte Newcomer-Festival sei nur ein Branchentreff.
Eröffnet wurde das Set mit „Healing“, der ersten Single ihres neuen Albums „Vertical life“. Schon in diesen ersten Minuten entstand eine warme, beinahe kuschelige Konzertatmosphäre, getragen von einem aufmerksamen Publikum und einer Band, die den Austausch sichtlich sucht. Zwischen den Songs wurde gelächelt, kleine Bemerkungen flogen hin und her – nichts wirkte einstudiert, vieles dafür angenehm nahbar.
Auf der Bühne wurde das greifbar: Für „A dog in a manger“ tauschte Drummerin Zoé mit Sänger und Gitarrist Ambroise die Instrumente und blieb anschließend für ein Cover von GRAUZONEs „Eisbär“ am Mikrofon – mit charmant französischem Akzent und einer indirekten Erinnerung an Françoise Cactus.
Nach gut einer Stunde endete das Konzert mit „Beautiful everything“ – einem Stück, das sanft beginnt, im Refrain kurz in Richtung BEATLES driftet und schließlich in einem kleinen Rock-Finale mit Ausflug ins Publikum und hochgerissenen Gitarren mündet. Ein passender Schlusspunkt für einen Auftritt, der trotz des imposanten Finales weniger auf große Gesten setzte als auf Nähe, Wärme und ein feines Gespür für Dynamik.

ASTRAL BAKERS

Nach dem Konzert ergab sich noch ein kurzes Gespräch mit Bassistin Theodora. Sie erzählte vom guten Auftritt in Haldern am Vorabend und davon, wie schön sie alle Hamburg fänden. Auf meine Frage, ob sie noch irgendwo eine Setlist von heute Abend hätten, zögerte sie nicht lange und tippte die Songs kurzerhand in mein Handy. Ein kleines Detail – und doch ein guter Hinweis darauf, warum Konzerte im kleinen Rahmen oft die besseren sind.