Lang ist’s her, dass (zumindest ich) etwas von DABBLE INSHORE gehört habe. Damals, 2018, noch auf Tumbleweed erschienen, lässt die Band jetzt wieder ein Lebenszeichen von sich in den Äther strahlen. Ist der Opener noch seltsam eingängig, fast schon poppig, macht die Band aus Köln dann mit „Dabore“ doch wieder da weiter, wo sie 2018 aufgehört hatte: Mit ungewöhnlichen Sounds, ungewöhnlichen Songstrukturen, mit krachenden Gitarren und ebensolchen Drums, Scheppern und doch immer wieder deutlich erkennbaren Melodien. Dieses Mal lassen uns DABBLE INSHORE aber durchatmen, geben uns eine Minute Luft („Music on a dead planet“), allerdings nur, um uns dann wieder die nächste kreischende Gitarre ins Gesicht zu pfeffern und mit „Sonic rent“ einen der Höhepunkte auf „Puls“ herauszuhauen, dessen PLACEBOesker Aufbau sofort mitreißt.
„Sleeping in a raincoat“ ist das hingegen fast schon wieder ein Wavesong, der auf einer krachenden Drumlinie wohnt und es sich im Lärm gemütlich macht, aber, wie immer bei DABBLE INSHORE, ohne dabei die Melodie und den „eigentlichen“ Song zu vernachlässigen.
An dieser Stelle sei einmal das Artwork des (derzeit nur digital (oder in 25er-Auflage als 7inch erhältlichen) Albums angesprochen, mit dem sich DABBLE INSHORE wirklich Mühe gegeben und zu jedem Song eine „Bookletseite“ erstellt haben. Das rundet das Gesamterlebnis dann noch einmal ab – wie übrigens auch „Lightning“, der letzte Song auf „Puls“, der sich hypnotisch-grungig in die Ohren und Herzen spielt. Man darf gespannt sein, wann es „zwischen Job, Family und dem Kümmern“ wieder Zeit sein wird für ein neues Werk von DABBLE INSHORE. Acht Jahre fände ich zu lang.