WESTERN LOWS – Glacial

Andy LeMaster hat hier also seine Hände mit drin, der Mann von NOW IT´S OVERHEAD lässt auf Gutes hoffen. Hinzu kommen Mitstreiter aus anderen bekannten Bands, so dass man fast von einer Superband sprechen muss. Und „Glacial“ beginnt mit einem Wort wunderbar. Ein fragiler, verletzlicher, aber auch verträumter Sound eröffnet mit „Grapevine“ das Album. Jack Burnside singt dabei, als litte er zwar emotionalen Schmerz, lässt aber das Gute des Lebens dabei nicht außer Acht, sondern deutet diese lichten Momente immer wieder an. Dass sie es aber auch poppiger können, beweisen WESTERN LOWS direkt im Anschluss mit „Last known rivers“. Hier schwingt viel Spätsommersonne mit, die sich langsam hinter den Horizont verzieht. WESTERN LOWS bleiben sich insgesamt treu auf diesem Debütalbum, halten die Qualität sehr hoch und bieten zehn Songs, die uns den Herbst versüßen werden. Trotz aller Melancholie. Man hört die musikalischen Einflüsse der beteiligten Mitmusiker teils deutlich heraus, ob dies nun die oben bereits genannten NOW IT´S OVERHEAD, THE CURE, BRIGHT EYES oder Flaggschiffe des Dreampops sind. Denn verträumt wirkt viel von dem, was auf diesem Album seinen Platz gefunden hat. Aber verträumt in positiver Weise. „Beunruhigt aber hoffnungsvoll“ heißt es in der Presseinfo. Ja, das beschreibt es wahrlich sehr gut. Ein Album für die Tage, die zwar kürzer, dafür aber mit magischem Licht ausgestattet sind. Wenn die Sonne noch nicht ganz untergegangen ist und letzte Strahlen auf die Erde wirft, um alle Farben leuchten zu lassen, dann sollte man WESTERN LOWS hören. Nicht nur dann, aber in diese Stimmung passt die Band aus Athens am besten. Und mit den letzten Lichtfunken geht dann auch „Glacial“ zu Ende, mit den ausklingenden Tönen von „Sanctuary“. Es bleibt die Hoffnung, dass WESTERN LOWS es nicht bei diesem einen Album belassen und sich Jack Burnside weiterhin seinem Songwriting widmet. Denn dieses Debüt macht Lust. Lust auf mehr. Und den Herbst.

Bewertung: 8/10

Veröffentlichungsdatum: 06.09.2013

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