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THE HATEPINKS – Allez, les Pinks!

Die spinnen, die Franzosen! Mit diesem Satz endete mein Review zu „Tête malade / sick in the head“ , dem letzten Output der HATEPINKS auf TKO Records. Somit wurde es höchste Zeit, den gegenwärtigen Geisteszustand der Band zu überprüfen. Darum habe ich mir schnell ein paar Interview-Fragen einfallen lassen und per E-Mail verschickt. Hier sind die Antworten von Sänger Olivier und das beruhigende Fazit: Wir müssen uns keine Sorgen machen!

[F]Erzähl uns doch mal etwas zu den Anfängen der HATEPINKS!
[A]Begonnen hat alles mit der Auflösung der GASOLHEADS im März 2003. Eigentlich wollte ich nur ein wenig Punkrock mit Freunden spielen, doch nach der ersten Probe hatten wir bereits sechs und nach der zweiten noch mal fünf Stücke geschrieben. In der darauffolgenden Woche nahmen wir sieben davon in unserem Proberaum auf und schickten sie an Lollipop Records. Diese erklärten sich sofort damit einverstanden, eine Split-Single mit uns und einer coolen ausländischen Band aufzunehmen. Unsere Wahl fiel auf THE DISTRACTION, eine großartige amerikanische Band. Einen Monat später hatten wir bereits unser erstes Album „Sehr gut rock’n’roll“ im Kasten und gingen auf Tour. Es war einfach ein riesiger Spaß!

[F]Wie würdest Du den Sound der Band in einem Satz beschreiben?
[A]Maximal-minimalistischer Garage-Punk.

[F]Wie kam es zu Eurem Release bei dem amerikanischen Label TKO?
[A]Chris Bradley, Gitarrist bei THE DISTRACTION, hat mit Mark von TKO gesprochen, der sich daraufhin bereit erklärt hat, eine Platte von uns zu veröffentlichen. Das ist schon ein richtiger Glücksfall, denn TKO ist ein tolles Label, und wir freuen uns sehr, dass es geklappt hat.

[F]Warum hat es eigentlich nur zu einer EP mit sieben Stücken gereicht?
[A]Das ist ganz einfach, wir haben überall erzählt, dass unser nächstes Album das letzte der HATEPINKS sein wird. Aus diesem Grunde veröffentlichen wir ab jetzt nur noch EPs, bis wir bereit sind, diesen Witz zu beenden.

[F]Ihr habt eine Platte in Italien veröffentlicht und eine komplette Diskographie in Japan. Wie kam es dazu?
[A]Marco von Gonna Puke Records in Italien wollte damals eine Platte mit den GASOLHEADS machen, als wir uns dann aber aufgelöst haben, schlug ich ihm vor, die italienische Version von „Sehr gut Rock’n’Roll“ zu veröffentlichen. Revell Yell aus Japan hingegen veröffentlichen eine Menge französischer Bands, und so habe ich einfach per E-Mail angefragt, ob sie nicht auch etwas mit uns machen wollen. Eine ganz einfache Geschichte.

[F]Einige eurer Stücke weisen eine gewisse Affinität zur deutschen Sprache auf. Warum habt ihr den GRAUZONE-Song „Ich möchte ein Eisbär sein“ als Cover gewählt, und gibt es eine bestimmte Hintergrundgeschichte zu „Deine Mutter die Pute“?
[A]Meine Mutter ist Deutsche, und sie besaß die GRAUZONE-Single. Als Kind habe ich das Stück geliebt und dachte mir, es würde perfekt zu den HATEPINKS passen. Ich befürchte zu „Deine Mutter …“ gibt es keinen wirklichen Hintergrund. Es ist einfach unser blöder Sinn für Humor. Auf einer Tour durch Deutschland haben wir uns köstlich amüsiert, überall wo wir waren „Deine Mutter die Pute“ zu rufen. Nüchtern betrachtet ist es eigentlich gar nicht komisch. Unser nächstes Cover wird im übrigen ein Stück von der Achtziger-Jahre-Hardcore-Band THE WARDS werden.

[F]Auf Tour mit den HATEPINKS gerät man sicherlich in einige ominöse Situationen. Was ist deine beste Erfahrung diesbezüglich, bei der du nicht erwarten konntest, sie deinen Freunden zu Hause zu erzählen?
[A]In Deutschland haben wir einmal auf einem Bierfest in einer riesigen Halle vor einem Publikum gespielt, das ausschließlich aus betrunkenen deutschen Familien bestand. Nach uns ist dann eine AC/DC-Coverband aufgetreten! Merkwürdig war auch die Geschichte, als wir nach massivem Alkohol- und Pillen-Genuss unsere Schlafdecken im Hotel in Brand gesteckt haben. Am nächsten Morgen haben wir uns richtig geschämt, denn eigentlich sind wir ja ganz nette Menschen.

[F]Warum sind die HATEPINKS eine Band, denen man am besten die Instrumente wegnehmen sollte, wie es in einer Kritik zu „Plastic bag ambitions“ zu lesen war?
[A]Ich weiß es nicht. Vielleicht weil wir Musik generell hassen?! Ich habe laut gelacht, als ich diese Kritik gelesen habe. Der Typ hatte wirklich Talent. Eine andere Kritik war ebenfalls von diesem Kaliber. Im ansonsten tollen „Terminal Boredom“ stand zu lesen: „die Jungs spielen die übliche Blaupause von Neo-Punk nach Zahlen, der so homogenisiert ist, wie die Milch, die ich heute über mein Müsli gegossen habe.“

[F]Was können wir von den HATEPINKS in Zukunft erwarten?
[A]Weitere Singles, eine Maxi-LP im Sommer, „Auto-ejected“ auf einem kanadischen Label, eine Spanien-Tour, danach spielen wir uns von Deutschland nach Schweden, darauf ein Album, und dann ist es vorbei!

[F]Hast Du noch einige letzte Worte, Lebensweisheiten oder Ähnliches für unsere Leser?
[A]”Don’t have too much self-esteem because you are shit. The only point is not to show other people you think they’re even shittier than you are. That’s what I call a system of life.” Vielen Dank für das Interview.

http://hatepinks.free.fr/
http://www.myspace.com/thehatepinks