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TEAM STEREO – s/t

Liebes TEAM STEREO! Das habt ihr ja super hinbekommen. Geschlagene zwei Wochen hatte ich den Refrain eures Songs „Honesty (without words)“ quasi als Dauerschleife in meinem Kopf abgespeichert. Egal ob beim Autofahren, bei der Arbeit oder wenn ich morgens um vier aufgewacht bin weil die Blase gedrückt hat – diese Gesangsmelodie war ständig präsent und trieb mich beinahe an den Rand des Wahnsinns. Dabei sah es zunächst gar nicht danach aus, dass euer Album einen so nachhaltigen Eindruck bei mir hinterlassen könnte. Zu viele Pop-Punk / College-Rock / Alternative-Alben haben in den letzten Jahren meine Gehörgänge passiert, so dass ich gegenüber solcher Musik inzwischen eigentlich relativ abgestumpft bin. Doch dann nach dem dritten oder vierten Hördurchgang hat es mich irgendwie doch erwischt und nach und nach fingen immer mehr Songs an zu zünden. Denn was hier abgeliefert wird, ist keineswegs 08/15-Einheitsbrei, sondern eher die hohe Schule der alternativen Gitarrenmusik. Sehr auf den Punkt gespielt, mit einem feinen Gespür für Hooklines und einer offensichtlichen Vorliebe für mehrstimmige Chorusse brennen sich Stücke wie „The pack“ oder „And all that jazz“ tief ins Gedächtnis ein und werden durch die druckvolle Produktion ideal in Szene gesetzt. Hier wird der Pfad, den die DONOTS spätestens mit ihrem Wechsel zu deutschsprachigen Texten verlassen haben, konsequent weiter beschritten und Gute-Laune-Hymnen am Fließband produziert. Dass sich dabei schon mal der eine oder Song als fieser Alltags-Stalker erweisen könnte, gehört somit zum Risiko des Hörers und sei in meinem speziellen Fall ausdrücklich verziehen.

Bernd Cramer

Konzert-Junkie & Vinyl-Liebhaber. Schreibt über Musik, ohne zu Architektur zu tanzen.