Es beginnt mit einem Wink in Richtung NEW MODEL ARMY („Get me out!“), SHIRLEY HOLMES singen „Let me out, let me out!“, aber auch zu NENA („Ich bin total verstört“). Die Band präsentiert mit dem Opener des neuen Albums immer wieder das eine oder andere Textzitat („Wo fing das an, was ist passiert, was hat uns bloß so ruiniert?“), stellt damit aber auch die dieser Zeit absolut angemessenen Fragen. Und machen dann direkt mit Aussagen wie „Andere haben Hobbys, ich habe Angst“ weiter, die die aktuelle Weltlage ebenfalls sehr schnell in wenige Worte fassen. Dabei peitschen sie ihre Songs gewohnt druckvoll in das Gehör, das aber immer nur Zwischenstation zum Hirn bleibt, denn dort ist der eigentliche Ort, an den SHIRLEY HOLMES mit ihrer Musik gehören.
Ich bleibe auch bei meinem Vergleich aus meiner letzten Review: SPILLSBURY auf Speed, ein guter Schuss NDW und jede Menge Power stecken in „Mein bestes Selbst“, darüber hinaus auch jede Menge Kritik an allem, was uns so stört auf dieser Welt und woran wir alle arbeiten sollten, auf dass es besser werden mag. Und man fragt sich, wie das Trio aus Berlin: „Hab ich zu viele schlechte Gefühle oder nur zu viel Information?“ Und dabei warten wir doch alle nur auf die „Sommerstadt“, um endlich wieder aufzuladen. Denn die Hoffnung stirbt immer noch zuletzt, und solange es solch überzeugende Musik und Alben wie „Mein bestes Selbst“ gibt, sollte man und darf man die Hoffnung auch noch lange nicht verlieren.
Lasst und alle die „Verstärkung“ sein, nach der SHIRLEY HOLMES verlangen. Es wird sich lohnen. Ganz bestimmt!
