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POISON THE WELL – Versions

Was machen, wenn man zwar den Zug (mit) gestartet hat, er aber wegen Überfüllung bereits seit längerem geschlossen ist? Ganz nach dem Motto „Angriff ist die beste Verteidigung“ melden sich POISON THE WELL vier Jahre nach „You come before you“ mit einem völlig überraschenden neuen Album zurück. „Versions“ hat mit melodischem Metalcore/ Screamo genau genommen fast nichts mehr zu tun, und wo die Kalifornier in allem Lärm stets noch ein paar positive Melodien versteckt hatten, hat man anno 2007 das Gefühl, sie möchten ihre ganze Verbitterung über die ständige Wiederholung dieses Musikstils aus sich herausschreien und auch keine Dur-Melodien mehr zulassen. Stattdessen klingt „Versions“ ausgesprochen düster, selbst die balladesken Songs können einen aus dem schwarzen Loch, in das man unwillkürlich hineingezogen wird, nicht wieder herausholen. Als vage musikalische Umschreibung seien dem Leser hier noch BREACH mit auf den Weg gegeben, allerdings auch nur, was die Härte, die Düsternis und den Ernst angeht, mit dem POISON THE WELL zu Werke gehen – der Gesang Jeffrey Moreiras hat mit BREACH natürlich nur wenig gemein.
Als Produzenten wählte man Pelle Henricsson und Eskil Lovstro, die damals auch bei REFUSEDs Meilenstein „The shape of punk to come“ ihre Hände an den Reglern hatten.
Sicherlich kein leichtes, unumstritten aber ein sehr gutes und anspruchsvolles Album, das mit jedem Hören wächst. Ob die alten Fans bereit sind, diesen Schritt mitzugehen, wird sich zeigen. Um neue Fans zu bangen, braucht man aber ganz sicher nicht.