PETER, BJORN & JOHN – Ein Leben nach den jungen Leuten

2006 haben wir sie erst geliebt, dann gehasst und schließlich vergessen. Mit ihrem Song "Young folks" sind die sympathischen Schweden PETER, BJORN & JOHN weltweit bekannt geworden. Film und Fernsehen haben sich an ihrer Musik bedient und nach unzähligen Konzerten wurde es plötzlich still. Zunächst. Denn dass hinter der dreiköpfigen Band noch viel mehr steckt, haben nur die wenigsten gewusst.
In diesem Jahr wollen die Herren Licht ins Dunkel bringen und melden sich mit einem neuen, völlig anderem Album zurück. Sie machen Indiefolk, zählen AC/DC zu ihren Einflüssen und wollen lieber in kleinen Bars als in großen Konzerthallen spielen. Im Hamburger Molotow hatte ich die Chance, mit Bjorn über Musik, ihre Bandgeschichte und das neue Album zu sprechen.

[F]Die meisten Menschen denken bei PETER, BJORN & JOHN an den Song "Young folks". Seit ihr genervt davon?
[A] Nein, das ist okay. Wir finden, dass "Young folks" ein guter Song ist. Beim Fußball denkt man an Maradona, wenn man Chelsea mag, denkt man an Drogba. Es ist einfach ein Song. Vielleicht der erste bekannte Song, aber die Menschen, die zu unseren Konzerten kommen, mögen auch eine Menge anderer Songs von uns.

[F] Die Band gibt es seit 1999. Hattet ihr vorher bereits in anderen Bands gespielt?
[A] Peter und ich machen bereits seit 1991 zusammen Musik, da waren wir noch in der Schule. Wir haben unterschiedliche Bands gegründet, sie wieder aufgelöst und sind schließlich nach Stockholm gezogen und haben nur zu zweit gespielt. Mit einer Drum-Machine. Wir haben nach einem guten Drumer gesucht, das war gar nicht so leicht. Dann haben wir an John gedacht. Eigentlich ist er nur ein guter Freund und Percussion-Spieler, aber er hat seine Sache gut gemacht. So hat er die Band komplettiert.

[F] Manchmal spielt ihr auch in anderen Bands mit, z.B. THE HIVES oder THE (INTERNATIONAL) NOISE CONSPIRACY. Was macht ihr, damit es nicht zu schlechter Stimmung innerhalb eurer eigenen Band kommt?
[A] Ja, Pelle Almqvist, der Sänger der HIVES, ist mein Nachbar. Ich habe für die HIVES ein paar Streicher-Arrangements eingespielt. Ich arbeite mit vielen Bands wie LYKKE LI oder auch SHOUT OUT LOUDS, aber seit vier, fünf Jahren liegt der Schwerpunkt bei PETER, BJORN & JOHN. Für Peter und John ist das okay. Ich habe ja bereits vor unserem Durchbruch 2006 als Produzent gearbeitet.

[F] Das neue Album hat mehr Power und ist definitiv tanzbarer als das letzte. Was hat euch dazu bewegt? Gab es ein Motto für "Gimme some?"
[A] Wir haben uns vorgestellt, wie es ist, wenn wir in einer Bar sitzen. Wenn ich den Song hier im Hintergrund höre, habe ich keine Lust mehr, etwas zu trinken. Mit den neuen Songs wollen wir Enthusiasmus ausdrücken, möchten, dass die Menschen ihren Abend und auch den Song, den sie hören, genießen. Alle Songs sollen einen hohen Wiedererkennungswert haben.

[F] An welchen Orten macht ihr am liebsten Musik?
[A] Auf unserer aktuellen Tour versuchen wir es zu vermeiden, in Theatern oder großen Clubs zu spielen. Wir können vor vielen Leuten spielen, mit dem letzten Album haben wir DEPECHE MODE supportet, aber aktuell bevorzugen wir kleinere Clubs oder Bars für 600 bis 1000 Menschen. Das aktuelle Album ist einfach mehr Powerpop/Punkrock, und so etwas funktioniert einfach besser in kleineren Locations. Aber wir gehen auch gerne ins Studio.

[F] Was ist für Euch ein perfektes Publikum?
[A] Wir mögen Menschen, die unsere Musik kennen, offen sind, möglichst nicht zu betrunken sind und einfach versuchen, Spaß zu haben. Wir finden, dass Deutschland ein gutes Land ist für Rockshows.

[F] Ihr nennt AC/DC als Einfluss für eure Musik. Im ersten Moment würde man sicher nicht daran denken. Wieso prägen sie eure Musik?
[A] Es klingt im ersten Moment vielleicht ein bisschen komisch, ja. Wir mögen Bands, wie DAFT PUNKT, AC/DC oder auch KRAFTWERK. Es geht uns da mehr um die Art und Weise, wie sie ihre Songs aufbauen, als um den Gesang. All diese Bands sind sehr minimalistisch, konzentrieren sich oftmals auf nur ein Riff. Wir finden das ist eine gute Grundlage für Musik.

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