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NEEDLE AND THE PAIN REACTION – Pheromone

In den letzten Jahren hat es sich ja immer mehr durchgesetzt, die guten Songs eines Albums am Beginn zu platzieren, während man in der zweiten Hälfte, im wahrsten Sinne des Wortes, oft nur die B-Seiten-Ware antrifft. Okay, das mag taktisch zunächst einmal klug sein, da die CD bei Nichtgefallen somit nicht ganz so schnell wieder aus dem Player fliegt. Wenn man aber zum Ende des Albums nur noch Mangelware hört, beeinflusst das den gesamten Höreindruck und letztlich die Wertung des Albums ebenfalls nicht gerade positiv. Ich finde es da ja immer noch am besten, wenn man die Stücke qualitativ durchmischt oder, noch besser, erst gar keine schlechten Songs abliefert.
NEEDLE AND THE PAIN REACTION aus Belgien scheinen von diesem marktstrategischen Prozedere allerdings noch nichts mitbekommen zu haben, jedenfalls hört man als Opener von „Pheromone“ mit „Ballad of one girl and a madman“ gleich einen dermaßen schlechten Song, dass man trotz einiges Durchhaltevermögens und Zähnezusammenbeißens bereits nach einer Minute aufgeben möchte. Fürchterlich! Und mit „Supermarket hero“ wird’s da auch nicht gerade besser. Das Info bezeichnet die Musik der drei Belgier als Indie-Rock für Fans von DINOSAUR JR., ARCTIC MONKEYS, THE KNACK (das waren die mit „My sharona“) und PRESIDENTS OF THE USA. Weit gefehlt! Auch wenn die Songs im Laufe des Albums etwas besser werden, das einzige, was sie mit oben genannten Bands gemeinsam haben ist die recht schlechte Produktion und die verstimmten Gitarren (DINOSAUR JR.), sowie ein gewisses Gespür für aufdringliche Hooklines (PRESIDENTS OF THE USA). Ansonsten soll der Begriff „Indie“ aber mal wieder als „gewollt“ entschuldigen, was man andererseits als „Schülerband“ verunglimpfen würde.
Am meisten geschockt war ich jedoch, als ich las, dass das Album in Malta von einem renommierten Produzenten (auch wenn in den Referenzen RAMMSTEIN und PHILLIP BOA auftauchen) abgemischt wurde, und dass die Band als Support für u.a. RADIO BIRDMAN und Chris Spedding von BRIAN ENO etc. spielen durfte und überhaupt ein Label im Rücken vorzuweisen hat. Da ist so manche Ein-Mikro-Proberaum-Aufnahme weniger trashig und die dazugehörige, natürlich ungesignte Band als Support besser geeignet als NEEDLE AND THE PAIN REACTION. Tut mir leid, Jungs, bei mir lösen eure Pheromone nur Pain Reactions aus. Endorphine jedenfalls nicht im geringsten. Dabei könnten die doch gleichzeitig den Schmerz ein wenig lindern.