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MODERN BASEBALL – Holy ghost

In 60 Sekunden kann viel passieren. Um zu beurteilen, ob man Musik mag oder einem ein Album zusagen wird, braucht es manchmal sogar wesentlich weniger als 60 Sekunden. Manche Bands haben aber auch die Fähigkeit, einen in 60 Sekunden auf eine falsche Fährte zu locken. Wäre dieses nicht mein erstes MODERN BASEBALL-Album, hätte ich gewusst, dass am Anfang der Bandgeschichte ein akustisches Duo stand und nach dem eben 60sekündigen akustischen Prelude „Holy Ghost“ nicht die Nase gerümpft. Ich kann mit derart melancholischen Lagerfeuer-Geklimper unterlegt von Zwei-Stimmen-Gesang allerdings trotzdem nichts anfangen. Aber dann. Der Clou der folgenden zehn Tracks ist, dass jeweils fünf Songs von einem Songwriter stammen, man hat das Album brüderlich geteilt. Und obwohl Jacob Ewald auch das Prelude verbrochen hat, gefallen mir seine an klassischem Rock orientierten Stücke aufgrund einer gelegentlichen Portion Pop-Punk besser, als die erwachsener wirkenden, eher in Richtung Indie-Rock tendierenden Stücke von Brendan Lukens. Einfache Riffs, einfache handgemachte Musik. Highlights sind „Wedding singer“ und „Note to self“ mit deutlicher GASLIGHT ANTHEM-Schlagseite von Jacob und das Album schließende „Just another face“ von Brendan. Meiner Meinung nach gibt es leider auch einige beliebige Stücke, was der Beliebtheit der Band unter heranwachsenden amerikanischen Jugendlichen allerdings keinen Abbruch tun wird. Die Band wird auch bei uns ihre Hörer finden, sagen ihre persönlichen Texte doch sicherlich vielen Hörern zu. Verquickt mit dem leicht melancholischen Unterton in der Musik wird die Band für viele Menschen zu einer Herzensangelegenheit werden.

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