KING KHAN & THE SHRINES – Garage Soul vom Feinsten

Nachdem wir bei Blueprint ja kürzlich unabhängig voneinander von KING KHAN & BBQ SHOW alle recht enttäuscht waren, freute ich mich dennoch, als er zusammen mit seinen Shrines nur etwa vier Monate später erneut in Hamburg Station machte. Wieder im Molotow, diesmal aber mit seiner Big Band im Gepäck und nicht als Duo. Aber bevor die Shrines ran durften, erprobte sich eine Band namens ROSS TEUSCHER UND SEINE KONTRY ACES (wahlweise auch & HIS COUNTRY ACES) auf der Bühne und gaben selbigen mit leichtem Swing-Einfluss zum Besten. Das war zwar ganz nett, viel mehr aber auch nicht. Und wenn man schon einen auf Style macht, sollte man sich doch besser einen richtigen Kontrabass anstelle eines E-Kontrabasses zulegen. Sieht nämlich cooler aus!
Danach großes Umräumen, denn schließlich sollten im Anschluss daran zehn Leutchen (inklusive Cheerleaderin!) auf der vergleichsweise kleinen Bühne ihren Platz finden. Und tatsächlich – es passte! Wahnsinn. Doch nicht nur das – nachdem der King himself mit einem riesigen Stierkopf die Bühne betrat, legten die Shrines los, und es gab kein Stillstehen mehr. Es wurde getanzt, geschwitzt, gerockt, geswingt und das Beste aus der Schnittmenge von JAMES BROWN, THE JACKSON FIVE und THE MAKE-UP dargeboten. Natürlich null innovativ, aber das verlangte auch niemand. Stattdessen wurde das Beste aus der Retro-Kiste herausgezogen und neben der klassischen Gitarre-Bass-Schlagzeug-Besetzung mit Percussions, drei Bläsern und Hammond-Orgel eine wahres Feuerwerk an Energie in höchster Präzision abgefackelt, dass es die reinste Freude war. Und wenn die Bläser Pause hatten, griffen sie eben zum Schellenkranz oder Tamburin. Über allem thronte die gefühlvolle bis wahnsinnige Stimme King Khans, während neben ihm die Tänzerin im knappen Kleid und mit goldenen Pompons die Menge zum Tanz anstiftete. Nichts leichter als das, denn hier standen ein Haufen Vollblut-Musiker auf der Bühne, die den Soul im Blut mit der größten Leichtigkeit aufs Publikum übertrugen. Ich kann mich nicht daran erinnern, in letzter Zeit solch überzeugende Zugaben-Rufe gehört zu haben, und so bleibt am Ende nicht nur die Feststellung, dass Herr Khan mit Big Band allemal für seine trashige Solo-Performance entschädigte, nein, dies war ganz sicher eines der besten Konzerte des laufenden Jahres!