KARAMEL – … nach dem Theater

Es ist voll. Das weckt Erwartungen. Zunächst sind jedoch KRAKOW LOVES ADANA auf der Bühne. Zwei junge Freiburger, die eher schleppend und ein wenig traurig den Auftakt geben, wobei der Wahrnehmungsfokus eindeutig auf der Sängerin Deniz Cicek liegt, die wie eine junge Alison Mosshart aussieht, nur nicht ganz so verschüchtert erscheint. Ohne Höhen geht der Auftritt vorüber.
Dann geben sich endlich um fast Mittenracht KARAMEL die Ehre. Und auf einmal bin ich wieder wach. Obwohl Jahann Scheerers Stimme nicht die beste ist, wird man von seiner eindringlichen Art mitgerissen. Verdammt kraftvoll wird die teilweise sehr ruhige Produktion von „Maschinen“ umgesetzt. Es wird geschrieen, am besten zu dritt mit Deniz Cecik und Gisbert zu Knyphausen, sowie mit den Füßen gestampft, dass einem sofort klar ist, warum Konzerte hier nicht während darunter zeitgleich stattfindenden Theatervorführungen anfangen dürfen. Das Publikum ist, obwohl etwas hippiesk auf dem Boden verteilt, total bei der Sache, und einzelne Mitglieder des Trios scheinen sogar persönliche Fanclubs dabei zu haben. Überhaupt wirken die drei Musiker von KARAMEL so, als würden sie schon sehr lange gemeinsame Sache machen und Phillip Kranz nicht nur live am Schlagzeug sitzen. Seit langem war ich nicht mehr so gebannt bei einem Auftritt und überlege jetzt schon, zum nächsten im Uebel und Gefährlich zu gehen, wenn Sie als Vorband von MUFF POTTER spielen.