THE LOW FREQUENCY IN STEREO – Eastern-tinged pop flirts & cosmic groove-trips

Erst ein Interviewtermin mit den PICTUREBOOKS und dann 65 DAYS OF STATIC im Headcrash. Der Tag war an sich schon übervoll. Als Krönung hatten sich aber auch noch THE LOW FREQUENCY IN STEREO im Kukuun angesagt. Der Konzertgott meinte es jedoch gut mit uns. 65 DAYS OF STATIC waren pünktlich fertig, so dass wir den Katzensprung ins Kukuun gut hinbekamen und rechtzeitig zum Konzert der liebenswerten Retropsychedeliker aus Norwegen anwesend waren. Das hätte man sich auch von anderen Freunden der Band gewünscht, denn obwohl die letzten Gastspiele in Hamburg immer in gut gefüllten Clubs stattfanden, war das Kukuun nur spärlich gefüllt, was der Band vor ihrem Auftritt offensichtlichen Frust bereitete. In der Flut der Konzerttermine im Mai war ihr Auftritt offensichtlich untergegangen. Kaum auf der Bühne, war von diesem Frust nichts zu mehr spüren. Energisch ging man Material aus allen vier Alben an.
Mittlerweile mit zwei Frauen an diversen Orgeln, Synthies, E-Pianos und Fender Rhodes, bot sich den bei diesem quasi Privatkonzert Anwesenden ein Set voller Abwechslung. Die Damen tauschten zwischendurch immer mal wieder an Gitarren, Tambourines oder gar Trompete und legten durchweg gekonnt diesen speziellen atmosphärischen Teppich, der THE LOW FREQUENCY IN STEREO so unverwechselbar aus dem Meer der Retrobands herausragen lässt, während Herr Haarland seine fette Standtom zwischendurch auch gerne mal mit einer Rumbakugel verprügelte, Bartträger Clementsen seine Gitarren durch diverse Effektgeräte blies und Per Steinar Lies mal wieder mit seinem völlig unkonventionellen Bassspiel verblüffte. Zu hören gab es sowohl die griffigen, kleinen Garagenrocksongs mit Gesang, wie auch die ausufernden, schwer psychedelisch mäandernden Instrumentalstücke. Dem Publikum gefiel´s, die Stimmung war prächtig und auch die Laune der Band hatte sich am Ende wieder erholt. Man fühlte sich augenscheinlich unter Freunden.
Spätestens die Nachfrage am Merch-Stand machte deutlich, dass 50 begeisterte Fans mehr Wert sein können als 150 Rumsteher. An den äußerst fanfreundlichen Preisen kann es nicht alleine gelegen haben.
Als Jens bei Bier und Klöhnschnack noch anmerkte, dass THE NOTWIST auf dem La Pampa Festival spielen würden, kam noch einmal Leben in die späte Gesellschaft, denn nun wollen THE LOW FREQUENCY IN STEREO auch dorthin. Schön, wenn Musiker auch Fans sind. Hoffentlich verschlägt es die Fünf bald wieder nach Hamburg, dann mit fetterer Promo und vollerer Hütte.