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JUPITER JONES – s/t

JUPITER JONES, seit Jahren stete Gäste im Blueprint-Fanzine und auf unseren Bühnen und zwischendurch absolute Lieblinge. Zwischendurch, richtig. Denn mittlerweile haben die Jungs sich musikalisch in eine Richtung entwickelt, die viel vom alten Charme zunichte macht.
Wie viele unserer Blueprint-Leser spielen eigentlich in Bands? Ich vermute, schon ein paar. Und jeder von diesen wird wissen, dass es immer wieder Situationen im Proberaum gibt, in denen jeder vor sich hin daddelt und am Ende steht ein Instrumental, das ganz nett klingt, aber auch nicht richtig geil ist. So beginnt das selbstbetitelte Album von JUPITER JONES, noch mit einem Refrain am Ende, quasi wie eine Reprise am Anfang klingend.
Danach ein wenig TURBOSTAAT meets REVOLVERHELD-Geschrei. Die Generation Rock und so. Kein Witz, der erste Kommentar im Büro war: „Seit wann hörst du REVOLVERHELD?“ Und das gibt einem schon zu denken.
Hört man JUPITER JONES laut und ausgiebig, so fällt auf, dass die Produktion „untenrum ganz schön dick“ ist, erinnert an einigen Stellen fast an US-Punkrock. Dazu noch viele Orgel-/Synthesizer-Melodien. Alles in allem: ausgefeilt und bis ins kleinste Detail produziert. Aber wie so oft liegt hier der Teufel genau in diesem Detail. Was JUPITER JONES immer ausgezeichnet hat, war eine starke Stimme und ein Sound, der auch ohne Geschwindigkeit und dicke Produktion mitreißend war.
Heute ist alles perfekt, bis in die letzte Harmonie durchgestylt und rund. Musikalisch kann ich nicht viel Schlechtes sagen, aber die erste Single „Still“ deutet schon an, wie JUPITER JONES 2011 klingen wollen: Nach JUPITER JONES, aber glatter und weniger nach früher.
Früher war eh und immer alles besser, ist klar. So einfach will ich es mir aber nicht machen. Mein Favorit „Immer für immer“ ist ein gutes Beispiel dafür, was sich geändert hat. Alles ist klar, alles ist abgestimmt, aber es klingt mehr nach US-Chart-Hit als nach sympathischer Indie-Band, und genau das finde ich sehr schade. RISE AGAINST meets TURBOSTAAT und dazu der markante Gesang. Leider nichts mehr für mich. Ich bin da raus.