Was einen auf diesem Album erwartet, ist gar nicht so leicht zu beschreiben, von daher zitiere ich mal aus dem Pressetext: „With ICU RUN, CAMILLA SPARKSSS pushes beyond genre boundaries, fusing hip-hop, experimental turntablism, dark wave, and industrial textures with sharp pop melodies and visceral, cutting vocals.“ Was soll ich sagen? Das trifft es ziemlich gut. Und bringt auch ein wenig auf den Punkt, warum das Album nicht komplett gezündet hat bei mir. Obwohl mir viele Songs und auch Teile von anderen Songs richtig gut gefallen, ist mir alles ein wenig too much. Es scheint auf jeden Fall so, als würde CAMILLA SPARKSSS noch einen Schritt weitergehen als auf ihren bisherigen Veröffentlichungen. Stücke und Genres werden zerlegt, um sie vielschichtig wieder zusammenzufügen.
Was die Tracks aber fast alle gemeinsam haben, ist eine gewisse Tanzbarkeit, gerade „I like the noise“ ist in jedem Club gut aufgehoben. Dazu gesellen sich noch leichte Einflüsse aus dem Nahen Osten (wie auch bei dem Song „Stranger“), was einen sofort an den Soundtrack von Slumdog Millionaire erinnert. Auf „Backflip“ wird es dann härter. Industrial Beats stampfen sich durch die knapp drei Minuten – wenn man die Augen zumacht, kann man die Stroboskop-Blitze richtig spüren.
Ein Feature gibt es auch noch und zwar mit FRANCESCO BIANCONI, Sänger der italienischen Indierock-Band BAUSTELLE. Seine extrem tiefe Stimme verleiht dem Song „Amami tu“ fast etwas Opernhaftes. Und zum Schluss wird bei „Fatherless“ gekonnt NINE INCH NAILS zitiert.
Die Schweiz-Kanadierin hat auf jeden Fall ein innovatives Album herausgebracht, in das alle, die im weitesten Sinne mit Dark Wave und Electro was anfangen können, reinhören sollten.