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PROTOMARTYR – Hotel Usona

Ich las irgendwo, dass der Adler auf dem neuen Cover von PROTOMARTYR für eine gewisse Erhabenheit steht. Und das trifft es verdammt gut. Es hat sieben Alben gebraucht, bis die Band aus Detroit einen wirklich eigenen Stil gefunden hat, der sich längst jeder Schublade entzieht. Ob man sie nun im Post-Punk, Garage oder Noise Rock verortet – ganz eindeutig zuzuordnen waren sie eh noch nie, auf ihrem neuen Album „Hotel Usona“ sind sie es noch weniger.

Stattdessen hört man direkt im Opener „The old hotel“, wie elegant die Gitarre von Greg Ahee klingt, wenn sie auch nur leicht angezerrt ist. Dazu gesellt sich eine gedämpfte Trompete, die im nachfolgenden „Sounds we cannot hear“ schon weitaus alarmistischer nach vorne schallt. Selten wurde dieses blecherne, fast klaustrophobische Noir-Bläser-Element so zwingend in eine Post-Punk-Platte integriert. Flankiert wird das von Joe Caseys monologischem Sprechgesang, der hier eine völlig neue, ungeahnte Bandbreite offenbart. Das klingt stellenweise orchestral, ohne jemals in billigen Pomp abzudriften – alles dient der perfekten Atmosphäre. „Hotel Usona“ ist makellos produziert: in den lauten Passagen wild und überbordend, in den leisen Momenten von purer, karger Schönheit. Um die vertrackte Rhythmik in „Converts“ intellektuell nachzuvollziehen, braucht es gefühlt ein Diplom – und am Ende ist es doch nur ein verdammt clever gespielter 4/4-Takt.

So zieht es sich durch das gesamte Album. Post-Punk goes Art-Rock, vorgetragen mit einer Grandezza, die man in diesem Genre so noch nicht gehört hat. Wie bitteschön soll man als Noise-Band in Würde altern und trotzdem spannend bleiben, ohne ins weichgespülte Balladeske abzurufen? Genauso wie PROTOMARTYR es hier vormachen. Einnehmend, groß gedacht und ohne ein Gramm Energie zu vermissen.

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