TWIN SERPENT schicken uns mit ihren ersten beiden Songs auf eine falsche Fährte. Das Ganze klingt im ersten Moment viel mehr nach THE HELLACOPTERS meets THE BABOON SHOW als nach Country und Folk. Doch dann kommt „Stellar suicide“ an dritter Stelle, und die Ankündigung macht auf einmal Sinn: Banjo, Schlagzeugbesen und ein bluesiger Gesang liefern endlich den versprochenen Vibe. Es gibt aber noch so viel mehr, was auf dem Album zusammenkommt: Die Band stammt aus zwei Ländern (Finnland, Norwegen), singt in drei Sprachen (Englisch, Finnisch und Norwegisch), mischt mindestens zwölf Musikstile und spielt genauso viele Instrumente. Dazu kommt eine Ganzkörper-Schlangenbemalung auf dem Cover und Vergleiche mit TOM WAITS oder KAIZERS ORCHESTRA. Nicht weniger vielseitig sind die Texte, die Themen wie schwarze Löcher, aber auch die Politik einer möglichen Post-Trump-Ära behandeln. Und schaut euch unbedingt das verrückte Video zu „Stellar suicide“ an! Es steckt also eine Menge drin in diesem Album. Mit „Ain’t no more“ gibt es sogar eine Ballade mit Streichern – vielleicht sogar das Lied, das mir am besten gefällt. Zumindest zu Beginn und am Ende, denn dazwischen wird es durch die Gitarren etwas krachiger, was es gar nicht unbedingt gebraucht hätte. Insgesamt auf jeden Fall ein wilder Ritt, auf dem es viel zu entdecken gibt. Oftmals sehr charmant, manchmal etwas drüber, aber immer sehr direkte, ehrliche Musik!