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EMILIE ZOÉ – Hello future me

 
EMILIE ZOÉ ist uns bei blueprint schon mehrfach begegnet. Über Ihr Projekt /A\ sagte Otti: „So fragil und gleichzeitig stabil, wie es daherkommt, ohne sich dabei in einer Schublade zu verirren“ und attestierte Emilies Stimme ebenfalls die gesamte Bandbreite von tänzelnd, sanft, stark, verletzlich und bezaubernd. Diese Gratwanderung von Melancholie und Schwermut, die aber auch sonnige Momente zulässt, hörte er auf ihrem eigenen Album „The very start“ heraus, in ihrem Projekt mit CHRISTIAN GARCIA, in dem sie den Soundtrack zu einem Film ihrer Wahl schrieben (“A pigeon sat on a branch reflecting on existence” von Roy Andersson) vernahm er in Zoés Sound auch eine gewisse Zurückhaltung.
All diese Umschreibungen treffen in meinen Augen auch auf EMILIE ZOÉs neues Album „Hello future me“ zu, für das die Schweizerin coronabedingt noch mehr Zeit hatte, um die Sounds einer 60 Jahre alten Gitarre, eines handgefertigten Gitarrenamps, einer Flohmarkt-Orgel und eines kaputten Klaviers (das aber gar nicht so kaputt klingt) auf Tonträger zu bannen. Insgesamt hat sie 18 Monate an diesem Album gefeilt und dabei die Hilfe einiger engen Freunde in Anspruch genommen (Nicolas Pittet: Schlagzeug, Gesang; Louis Jucker: Cello, Synthies, Arrangements, Produktion; Kevin Galland: Sounds, Gesang). Herausgekommen ist am Ende ein Album, das sowohl die sanften Momente („Across the border“, „I saw everything“) als auch laute Ausbrüche in sich vereint. Das abschließende „Volcan“ erinnert mich etwa ein wenig an die lauten und sehr geschätzten BerlinerInnen von MASONNE, während mich „Parents‘ house“ mit seinen tollen Arpeggios, einer schönen Stimme und einer leichten Steigerung innerhalb des Songs an DES ARK denken lässt. So stellt EMILIE ZOÉ auch auf ihrem neuen Werk wieder die gesamte Palette von laut/leise, gefühlvoll/intensiv und verletzlich/stark zur Schau, im Titeltrack zeigt sie sogar, dass Gefühl und Pathos durchaus in einem Stück zusammenfinden können.