/A\ – /A\

 

„Triangulation“, „Fulguration“… Das Infoblatt zu /A\ greift schon ziemlich tief in die Fremdwortkiste. „Serpentine“ fehlt aus meiner Sicht ein wenig in der Aufzählung, denn wie eine sich stetig schlängelnde Schlange bewegt sich das selbstbetitelte Album Stück für Stück von einem Song zum nächsten. Von einem Klangerlebnis zum nächsten. Meint man nach dem eröffnenden „Hotel Stellar“ noch, es hier mit einer Melancholie-geschwängerten Tragödie zu tun zu haben, wird dieser Eindruck direkt mit dem zweiten Song zunichte gemacht, der deutlich treibender daher kommt. Um dann mit „We travel the light“ fast schon in den Noise zu stürzen.
Die drei beteiligten Musiker:innen lassen ihren eigenen Geschmäckern und Einflüssen freien Lauf, ohne dabei den gemeinsamen Weg aus dem Blick zu verlieren. EMILIE ZOÉs Stimme zeigt sich dabei in all ihrer Bandbreite, tänzelnd, sanft, stark, verletzlich und bezaubernd – alles wird geboten auf dem selbstbetitelten Album von /A\. Die Symbolik des Dreiecks ist dabei alles andere als zufällig gewählt, gibt doch jedes Mitglied der Band die eigenen Zutaten zum Gesamtsound hinzu. So entsteht ein sehr interessantes, intelligentes Album, das zwar sicherlich nicht zum fröhlichsten des Jahres gewählt werden, dennoch im Gedächtnis bleiben wird. So fragil und gleichzeitig stabil, wie es daher kommt, ohne sich dabei in einer Schublade zu verirren. Wer den perfekten ersten Eindruck von /A\ gewinnen möchte, dem sei „The leaves“ ans Herz gelegt.

 

Bewertung: 7,5/10

Veröffentlichungsdatum: 10.09.2021

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Mensch. Musiker (#Nullmorphem). Schauspieler (#BUSC). Rezensent (#blueprintfanzine). Come on, @effzeh! AFP-Fan. (#Amandapalmer). Lehrer. Und überhaupt. Und so.