SHE’S ALL THAT – Extra fruity disgusting

Das Presseinfo spricht zwar von einem Frontopa, aber dieser muss eine Frau sein. Oder er ist erst zwölf. Interessant allemal.
SHE’S ALL THAT. Das sind flirrende Samples, fieses Gefiepe, harte Metallgeräusche, Beats direkt aus der Zeitschleife und eben diese seltsame Stimme dazu. Man könnte sagen, Dance-Core meets Electronica meets 80ies-Beats mit einem Schuss Breakbeat. So ungefähr. Eins ist klar, es geht sofort in die Beine und man sollte sich das sicherlich nicht beim abendlichen Blasen- und Nierentee und Kerzenschein, sondern vielleicht doch lieber in einer stickigen, vollgepackten Disco geben, denn das muss laut. Ohne Dancefloor verlieren SHE’S ALL THAT verständlicher Weise einiges von ihrem Druck. Dass sie die Massen zum Tanzen animieren können, wurde mir spätestens bei der Rheinkultur im letzten Jahr deutlich.
Zwischendurch gibt es klare und nachvollziehbare Anleihen aus der NDW (DAF), dem düsteren EBM („I hate you“), aber das Ganze ist immer ein Tanzflächenfüller, beispielsweise sei hier „Mash it up“ angeführt. Die Spannung von VELVET ACID CHRIST trifft auf die Verspieltheit von APHEX TWIN, trifft auf die Vielseitigkeit von THE CRYSTAL METHOD trifft auf Eurodance. Und dann können SHE’S ALL THAT sogar auch noch richtig chillig werden („Too demanding“, „We drink“).
Diese drei seltsam gewandeten Menschen machen somit sehr abwechslungsreiche, technoide Musik, der man wünschen würde, dass so mancher Tanzpalast sich ihr annehmen würde. Das hat bei HADOUKEN! und FRITTENBUDE doch auch geklappt.

Bewertung: 7,5/10

Veröffentlichungsdatum: 26.03.2010

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