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PAWNSHOP ORCHESTRA – Dizzy

Das Orchester aus dem Pfandleihhaus. Na ja, eigentlich die Ein-Mann-Version Daniel Decker. So alleine war er beim zweiten PAWNSHOP ORCHESTRA-Album dann doch wieder nicht. Unterstützung hat er unter anderem von den beiden KIESGROUP-Typen bekommen. Anders als bei der KIESGROUP zielt die Betrachtung bei Daniel Decker jedoch nach innen. Selbstreflexion und Sinnfrage. Gleich im Opener „Ein schlechtes Lied“ stellt er sein eigenes Schaffen in Frage, um es jedoch schon im nächsten Satz zu rechtfertigen. Den Höhepunkt gibt es tatsächlich erst am Ende mit „Mittelstand in der Nacht“, wo die Nichtigkeiten, mit denen man sich vermeintlich rumplagt, mit einem lakonischen „Deine Sorgen will ich haben“ einfach ad absurdum geführt werden. Herrlich! Die Decker’sche Art der Lyrik kann man dabei getrost einem Thees Uhlmann anlasten. Mal ehrlich, wer denkt bei „fantaundkotze“ nicht wenigstens eine Sekunde an „Korn und Sprite“? Aber wiederum anders als bei TOMTE, tischt das PAWNSHOP ORCHESTRA Understatement-Lo-Fi-Indiepop mit ganz schön unperfektem Gesang auf. Ein bisschen kauzig in seiner Art, aber doch sympathisch, erklärt uns Decker, dass nach der rosa Brille immer die ernüchternde Realität kommt. „Doch besser werden, wird es dennoch nicht. Eine gewöhnliche Geschichte, du und ich.“ Alles andere ist Hollywood. Vielleicht hat er die Geschichten auch aus dem Pfandleihhaus, wo andere sie abgegeben haben, um Platz in ihrem chaotischen Leben zu schaffen. Im Titelsong heißt es: „Alles, was entsteht, ist wert, dass es zu Grunde geht.“ „PAWNSHOP ORCHESTRA must be destroyed!” steht im Booklet. Yeah.