PATTERNS / THE FALCON FIVE – s/t

Eines vorweg: PATTERNS sind eine unglaubliche Liveband, und wer auf Bands wie Q AND NOT U und ältere THE A.M. THAWN steht, wird um diese Band aus Köln ganz sicher nicht drumrum kommen. Allerdings konnte ihre erste 7″ „People i adore“ musikalisch nicht ganz festhalten, was das Trio live an Energie umsetzt, aber immerhin durch ein superschickes Artwork bestechen.
Bei vorliegender Split, die sich PATTERNS mit THE FALCON FIVE aus Würzburg und Schweinfurt teilen, kommen die vier neuen Songs jedoch eine Ecke tighter rüber als zuvor. Aber glücklicherweise noch so direkt, dass man nicht von überproduziert sprechen kann. Anscheinend haben sie mit Guido Lucas einen adäquaten Produzenten gefunden, der versteht, wie man die drei Musiknerds auf Tonträger zur Geltung bringt. Abgesehen davon vier freakige und gleichzeitig poppige Songs, wie gemacht für Dischords, Touch ’n Go oder Polyvinyl, hierzulande bei Cardio Club und Coraille (u.a. SONG AND DANCE) bzw. Altin Village (Vinyl) perfekt aufgehoben.
Zweite Band auf dieser Split THE FALCON FIVE, die ich bis dato nur vom Namen kannte und die musikalisch nicht weniger versiert, insgesamt aber einen Tick songorientierter vorgehen. Hat man bei PATTERNS oft den Eindruck, dass es ihnen wichtig ist, Stimmungen festzuhalten, scheint bei diesen vier Herren der Song im Vordergrund zu stehen, weshalb mir die zweite Seite der Split sogar noch etwas besser gefällt. Erinnert ein bisschen an LES SAVY FAV, etwas NORTH OF AMERICA, 31 KNOTS und A DAY IN BLACK AND WHITE. Übrigens sind hier Leute von SHOKEI dabei.
Feine Split, die belegt, dass Postcore eben nicht gleich Postcore und schon gar nicht Screamo ist. Und schickes Artwork obendrein.

1000-Ohren-Test sagt:

Andy, 23: Cool zum aufer Party laufen lassen, aber zu Indie für mich. (6)

Stefan, 20: PATTERNS: schneller Indie mit sympathischer Stimme (5)
THE FALCON FIVE: eine Mischung von THE STROKES, HIVES und JET (9)

Bewertung: 7,5/10

Veröffentlichungsdatum: 00.05.2008